Trotz eindrucksvoller Darbietungen mussten die "Unlimited Cheers" aus Werdau dem Lokalpatriotismus der anwesenden Fans ihrer Konkurrenten Tribut zollen.
Foto: Andreas Wohland
Tanzwettbewerb wird zum Städteduell
Crimmitschau oder Werdau? Darüber konnte das Publikum abstimmen - Lokalmatadoren gewannen
Crimmitschau. Das Marktfest scheint sich mehr und mehr zu einem Geheimtipp unter auswärtigen Besuchern zu entwickeln. Acht von zehn Leuten, die am Samstagnachmittag von "Freie Presse" zu ihrer Herkunft befragt wurden, kamen aus umliegenden Orten.
Bernd Mehlhorn und Ehefrau Sabine wohnen in Zwickau. Dort steigt jetzt am Wochenende die große Stadtsause. "Wir werden wahrscheinlich wegfahren, weil uns der Trubel einfach zu viel ist. Hier in Crimmitschau ist alles etwas familiärer", sagte der 54-Jährige. Konrad Solwaki (71) aus Gera hat das Marktfest schon mehrmals besucht. "Es wird einiges auf die Beine gestellt, um ein abwechslungsreiches Programm zu bieten, erfreulicherweise auch für die ältere Generation."
Trotzdem war das mit dem "auf die Beine stellen" so eine Sache. Beispiel Tanzwettbewerb "Dance Day 2011": Vier Gruppen hatten ihre Teilnahme angekündigt. Zwei strichen kurzfristig die Segel. Von einem echten Wettbewerb konnte daher keine Rede sein. Bestenfalls von einem Duell. Trotzdem zeigten die jungen Tänzerinnen und Tänzer von den "Unlimited Cheers" aus Werdau und die Lokalmatadoren "Spirit of dance" auf der Bühne der Piazza Roter Turm tolle Leistungen.
Die waren nur schwer vergleichbar, da beide mit völlig unterschiedlichen Stilrichtungen um die Gunst der Zuschauer warben. Dass das Pu- blikum am Ende per Applaus mehrheitlich für die Mädels aus Crimmitschau votierte, dürfte kaum jemand verwundert haben. Für Zuschauer Peter Müller aus Crimmitschau nicht gerecht. "Beide Gruppen haben echte Klasse gezeigt. Bei nur zwei Teams hätte man auf eine Wertung verzichten und aus dem Wettbewerb eine Tanzshow machen sollen", sagte er. "Wir haben schon geahnt, dass es kein echter Wettbewerb wird. Das ist zwar schade, aber wir freuen uns über jeden Auftritt vor Publikum", sagte Sandy Gaffert, Chefin der "Unlimited Cheers". Ein wenig hegte sie die Hoffnung, einem der Zuschauer könnte die Darbietung der Werdauer gefallen und die 13 Mädchen und zwei Jungs vielleicht für einen Auftritt buchen. Die Mädels von "Spirit of Dance" hatten nicht mit dem Sieg gerechnet. "Wir haben uns gegen die Werdauer kaum Chancen ausgerechnet. Entscheidend ist aber der Spaß an der Sache", sagt Lisa-Marie Ramsbeck aus der Truppe.


