In der Küche im neuen Zuhause von Friedemann Berth ist noch vieles improvisiert. Ehe die modernen Küchenteile kommen, dauert es einige Wochen.
Foto: Thomas Michel
Trünziger wagt mit 89 Jahren Neuanfang
Friedemann Berth blieb trotz einer Katastrophe in seinem Dorf
Trünzig. Zuhause fühlt sich Friedemann Berth in seiner schicken, kleinen Wohnung am Walddorfer Ring in Trünzig noch nicht. Alles ist neu, alles ist ungewohnt - die modernen Sitzmöbel und der cremefarbene Teppich in der Stube, von der man gleich auf die Terrasse heraustreten kann. Auch in der Küche ist vieles improvisiert. Die neuen Funktionsmöbel kommen erst in ein paar Wochen. Überall in den Räumen ist noch reichlich Platz.
Kinder und Nachbarn helfen
"Nie im Leben hätte ich gedacht, dass ich mit meinen 89 Jahren noch einmal umziehen muss. Als alter Mensch hat man seine eingeschliffenen Gewohnheiten", sagt der schlanke, groß gewachsene Mann, der in Trünzig aufgewachsen ist. Doch die persönliche Katastrophe, die den früheren Lehrer ereilte, war nicht abzusehen. Am 21. Dezember ging nach Schweißarbeiten am Vordach sein kleines Häuschen am Ende der Katzendorfer Straße in Flammen auf. Die Feuerwehren versuchten zwar zu retten, was zu retten war. Doch viel war es nicht. Einige Sachen hat Friedemann Berth in der ehemaligen Schule zwischengelagert. "Die muss ich noch durchschauen." Hilfe bekam der Senior, der mehr als 30 Jahre stellvertretend die Sternwarte in Rodewisch leitete, von seinen Kindern. Tochter Ulrike Gruden und ihr Ehemann wollten den Vater am Unglückstag über die Feiertage zu sich nach Berlin holen. Nachbarin Rosemarie Lucas nahm die Drei nach dem Brand bei sich auf, bis das Wichtigste geklärt war.


