Mähdrescher Die Agrargenossenschaft Blankenhain erntet derzeit in Lauenhain den Raps. Hagel hat bei dieser Feldfrucht erhebliche Verluste verursacht.

Foto: Thomas Michel

Unwetter hinterlassen Spuren auf Feldern

Mähdrescher kämpfen gegen Ernteverlust

Werdau. An das Jahr 2005 erinnert sich Markus Wawrick vom Agrarunternehmen Lauenhain ungern. "Seitdem hatten wir eigentlich nur lapidare Hagelschäden auf den Feldern zu beklagen", sagt der Feldbauexperte. Doch nun haben die Unwetter der vergangenen Tage vor allem auf den Anbauflächen in Lauenhain und Lauterbach große Verluste verursacht. "In Lauenhain hat die Hagelfront voll zugeschlagen. Von den 600 Hektar Winterraps sind 300 betroffen. Auf 80 Hektar beklagen wir 75 Prozent Verlust, auf anderen Flächen 5 bis 10 Prozent", umreißt Wawrick die Auswirkungen.

Etwas günstiger sieht es bei der Wintergerste aus. Auf den 500 Hektar Anbaufläche ist rund ein Fünftel bis zu 30 Prozent geschädigt. Die 150 Hektar Welsches Weidelgras hat es ebenfalls erwischt. Dort mussten die Landwirte auf 50 Hektar 80 Prozent Schaden registrieren, 60 Hektar stehen mit 11 Prozent Hagelschaden zu Buche. Selbst der Silomais blieb nicht verschont. 100 Hektar sind mit 14 Prozent Schaden betroffen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Felder durch die Nässe zeitweise gar nicht befahrbar waren.

Aus dem Grund verzögerte sich die Ernte auch bei der Agrargenossenschaft Blankenhain. Auch dort standen die Erntemaschinen lange in den Startlöchern. "Zurzeit legen wir fast halbe Nachtschichten hin", sagt Feldbauchef Gerd Reimer. "Wir haben zwar in der Schlechtwetterperiode zwischendurch immer mal gedroschen, aber das ging nur stundenweise. Bei den 280 Hektar Wintergerste werden wir uns mit mindestens 10 Prozent Verlust abfinden müssen. Außerdem entstehen zusätzliche Kosten fürs Trocknen. Das Getreide ist ziemlich nass." Wenn die Rapsernte auf den 380 Hektar abgeschlossen ist, geht es mit der Mahd des Welschen Weidelgrases weiter. Der erste Schnitt ist bereits gehäckselt worden, der zweite wird gedroschen und als Samen verkauft. In eineinhalb Wochen ist das erledigt, dann steigen die Blankenhainer in die Roggenernte ein. Reimer hofft, dass ihm nicht gleich wieder ein Wetterumschwung einen Strich durch die Rechnung macht. Weil die Prognosen bereits wieder Regen voraussagen, legen die Landwirte bei der Ernte einen Zahn zu.

Der Agrarhof Gospersgrün muss im gesamten Anbaugebiet und bei allen Feldfrüchten Verluste hinnehmen. Vor allem bei Weizen und Raps hat der Hagel zugeschlagen. "Auf den 250 Hektar Raps sind manche Flächen gar nicht betroffen, andere bis zu 64 Prozent geschädigt. Raps fällt eben sehr schnell aus." Auch auf Gerste, Erbsen und Mais wirkte sich das aus. "Aber nicht so gravierend wie beim Raps. Genaueres können wir erst nach der Ernte sagen", sagt Lars Oehler. Offenbar verschont geblieben ist die Koberland Genossenschaft Niederalbertsdorf. Das Agrarunternehmen baut auf 1000 Hektar Getreide an. "Die Wintergerste haben wir rein. Auf den 360 Hektar Raps läuft derzeit die Ernte", sagt Vorstandsvorsitzender Gottfried Wolf. Noch ist nicht alles reif. Auch beim Weizen müssen die Landwirte noch warten.

 
erschienen am 26.07.2012 ( Von Hans-Peter Kuppe )
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