Wald leidet unter der weißer Pracht
Leiter des Forstbezirkes: Derzeit besteht für Spaziergänger keine Gefahr
Werdau. Die malerisch weißen Schneemützen vieler Bäume in den heimischen Wäldern bergen eine nicht unerhebliche Gefahr. Denn wird die Last zu hoch, drohen die Kronen abzubrechen oder ganze Bäume umzustürzen. "In den vergangenen Tagen haben Waldarbeiter die Wege vom umgestürzten Gehölz befreit", erklärt Bernd Härtel, Leiter der Abteilung Staatsforst beim Forstbezirk Plauen. Eine Gefahr für Spaziergänger sieht er derzeit nicht. "Natürlich sollte niemand unter abgeknickten Bäumen durchkriechen", appelliert Härtel an die Vernunft der Bürger. Derzeit sei nicht geplant, die Wälder zu sperren. Auch über die Zahl der umgestürzten Bäume kann der Abteilungsleiter derzeit nichts sagen. "Die Einzelbrüche sind in den gesamten Revieren verteilt." Die Gefahr für die Bäume im Werdauer Wald ist allerdings auch ohne weiteren Schneefall nicht gebannt. "Durch die feuchte Luft, wie sie für die nächsten Tage angekündigt ist, kann sich die Last an den Kronen weiter erhöhen", erklärt Bernd Härtel. Die Wassermoleküle bleiben an den vereisten Wipfeln haften. Deshalb könne es auch ohne weiteren Niederschlag zu Schneebruch kommen.
Insgesamt ist die Forstwirtschaft über den starken Schneefall nicht glücklich. "Besser wäre erst eine Frostphase gewesen, damit der aufgeweichte Boden härter wird", erklärt Bernd Härtel. Denn so finden die Wurzeln der Bäume festeren Halt und können der Witterung besser widerstehen. Gleichfalls ist ein harter Waldboden wichtig für die Holzgewinnung. "Der Winter bietet dafür normalerweise beste Voraussetzungen", berichtet der Abteilungsleiter. Doch in diesem Jahr müssen die Wege von den Fahrzeugen erst einmal festgefahren werden, ehe Baumstämme abtransportiert werden können. "Wir sollten auch den Schneebruch bis spätestens zum Frühjahr beseitigt haben, damit der Borkenkäfer keine Möglichkeit zum Einnisten hat", sagt Bernd Härtel. (tmo)


