Einsam und verlassen sitzt ein Bauarbeiter auf der neuen Dachkonstruktion im Webalu. Er genießt dort weder die Aussicht noch die Mittagssonne, sondern zieht Schrauben fest.
Foto: Thomas Michel
Webalu-Eröffnung in Werdau verschiebt sich auf unbestimmte Zeit
Austausch des Daches dauert länger als geplant
Werdau. Die Betreibergesellschaft der Werdauer Badelust an der Ziegelstraße hat die Feier, mit der am 1. September die Wiedereröffnung der Einrichtung und zugleich deren zehnjähriges Bestehen begangen werden sollte, abgesagt. Der Grund: Die Sanierung des Daches über dem Badbereich und damit die Schließung der Einrichtung dauern länger als ursprünglich geplant.
"Ein genauer Termin, wann die Arbeiten abgeschlossen sind, steht momentan noch nicht fest", sagt der Geschäftsführer der Betreiberfirma Sport und Freizeit, Steffen Pause. Davon wurden inzwischen die Schulen, die mit Beginn des neuen Schuljahres im Webalu wieder den Schwimmunterricht aufnehmen sollten, informiert. Ebenso die Vereine, die das Bad nutzen.
Als Grund für die Verzögerungen nennt Pause die Beweisaufnahme der Schäden während der Demontage des alten Daches. "Die Arbeiten wurden von einem Gutachter begleitet, der alle Mängel akribisch aufgenommen hat. Das hat zusätzliche Zeit gekostet."
Dabei geht es um 1,6 Millionen Euro. Genauso viel kostet die Sanierung des maroden Daches aus Holz. Geld, für das vorerst die Betreibergesellschaft, eine Tochter der Stadtwerke Werdau, aufkommen muss. Die liegt noch immer in einem Rechtsstreit mit der Firma, die das Hallenbad vor elf Jahren errichtete und dabei vermutlich heschlampert habe. "Damit wir Schadensansprüche geltend machen können, müssen wir exakte Beweise liefern. Ein Teil der Mängel wurde in vollem Umfang erst bei den Demontagearbeiten sichtbar", sagt Pause.
Dass das Dach nicht in Ordnung ist, konnten die Besucher schon seit Längerem feststellen. Einige der Leimbrettbinder, aus denen die alte Konstruktion über dem Hallenbereich bestand, waren durchfeuchtet und das Mauerwerk, auf dem die Balken auflagen, beschädigt. Hinzu kamen Rostschäden an den Verschraubungen. Um ein Abheben der Dachmembran zu verhindern, erfolgten im November Notsicherungen. Am 1. Mai, wenige Tage vor dem Start der Freibädersaison, begann im Webalu die Sanierung. Inzwischen wurden die 16 Stahlträger, aus denen die neue Dachkonstruktion besteht, in Position gebracht. In dieser Woche beginnt die Befestigung. Danach erfolgt die Montage des eigentlichen Daches, das aus einer licht- und luftdurchlässigen Membranschicht besteht. Anschließend rückt der Maler an und verleiht dem Bad einen neuen Anstrich, danach werden die Becken gereinigt. "Mit all diesen Arbeiten kann erst begonnen werden, wenn die am Dach abgeschlossen sind", sagt Steffen Pause.


14:26 Uhr
mixl: Was aber normal ist: Die Formalitäten die schon in der Ausschreibungsphase durch die Firmen die sich für einen öffentlichen Auftrag interessieren einzuhalten sind sind einfach irrwitzig.
Erst ein riesen Aufwand damit die Angebote vergleichbar sein sollen und sobald man den Auftrag hat und die Bauphase beginnt wird doch alles anders als ursprünglich ausgeschrieben. Entweder machen die Planer nur Murks oder es gibt einfach zu viele Spielräume dann doch was zu drehen.
Ich frage mich wer da vor 11 Jahren die Bauaufsicht hatte und wie die Abnahme gelaufen ist....
10:23 Uhr
Ickerbocker: Man hat in Werdau, so scheint es, kei Glück mit ausführenden Firmen beim Bau von größren Projekten. Erst der Pfusch an der Holzbrücke und nun hier beim Webalu. Es ist definitiv nicht normal, dass ein Dach nach 11 Jahren komplett erneuert werden muss.