Gedenkstein Museums-Mitarbeiter Udo Pagel zeigt den Gedenkstein, der jetzt im Museum sichergestellt wurde.

Foto: Thomas Michel

Werdau: 100 Jahre alte Denkmalreste im Museum entdeckt

Gedächtnisplatz könnte bald um ein weiteres Relikt aus der Stadtgeschichte reicher werden

Werdau. Bei der Neugestaltung der Anlage der Gartenbahn im Museum sind Mitarbeiter der Einrichtung durch Zufall auf Reste eines zirka 100 Jahre alten Denkmals gestoßen. Der Stein stand jahrzehntelang mitten in der Anlage, war dort bis zur Hälfte eingegraben und symbolisierte einen Felsen. Um den Berg drehten die kleinen Bahnen ihre Runden. "Bei dem Stein handelt es sich um Reste eines Denkmals, das an die Gefallenen des 105. Infanterieregimentes erinnert. Das Regiment war im Ersten Weltkrieg in Werdau stationiert. Das Monument stand einst im Gedächtnispark an der Stelle, wo heute das Ehrenmal zur Befreiung vom Faschismus steht. Ein Teil des alten Denkmals wurde damals im Museum eingelagert. Das war lange vor meiner Zeit", sagt der Museumschef Hans-Jürgen Beier.

Dass der wiederentdeckte Stein einst zu einem Denkmal gehörte, lässt sich allerdings nur mit viel Fantasie erraten. "Er ist im Laufe der Jahre stark verwittert und müsste aufgearbeitet werden", sagt Beier. Vorerst wurde der Stein im Museum sichergestellt und soll vor dem weiteren Verfall gerettet werden.

Die Idee des Museumschefs: Mit der geplanten Neugestaltung des Gedächtnisplatzes könnte der Stein in der Grünlage wieder einen Standort erhalten. "Er müsste dann nur mit einer Tafel versehen werden, damit die Besucher des Parkes auch wissen, worum es sich handelt", sagt Beier. Die Stadtverwaltung findet die Idee nicht schlecht. "Wir werden den Vorschlag prüfen", sagt Rathaussprecher André Kleber.

Noch steht in der Stadtverwaltung auch eine andere Entscheidung aus: der künftige Standort der Ernst-Thälmann-Büste. Auch die landete nach ihrer Demontage auf dem Johannisplatz, der derzeit sein ursprüngliches Aussehen zurückerhält, vor ein paar Monaten im Museum. Eine Rückkehr der Büste an den alten Standort hat der Stadtrat abgelehnt und als Alternativstandort den Gedächtnisplatz vorgeschlagen. Bevor die aus Beton bestehende Büste und der dazugehörige Sockel einen neuen Standort erhalten können, müsste das Denkmal repariert werden. Mitten durch die Büste verläuft ein Riss.

 
erschienen am 14.08.2012 ( Von Uwe Mühlhausen )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
Kommentare
1
(Anmeldung erforderlich)
  • 15.08.2012
    00:45 Uhr

    Ickerbocker: Ich nehme an es handelt sich um dieses Denkmal. http://igitur-archive.library.uu.nl/student-theses/2006-0324-074454/html/images/Afb003.jpg
    Da braucht man leider wirklich sehr viel Fantasie. Ich habe übrigens immer etwas unbehagen wenn das Wort Faschismus in dieser Form verwendet wird. Diese Bezeichnung sollte in der DDR die Spezifik des deutschen Nationalsozialismus bewusst negieren um als "Entartung und Höchststufe des Kapitalismus" herhalten zu können. Schlimm genug das einige Parks und Denkmäler diese Namen seit nach Jahren immer noch so führen.

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