Überflutung Land unter herrschte zum wiederholten Male auf dem Grundstück von Bernd Langer in der Werdauer Sorge.

Foto: Privat

Werdau: Und wieder herrscht Land unter

Rund 50.000 Euro wird es allein kosten, den Teich eines Landwirtes zu schlämmen, den die Wassermassen Anfang Juli überflutet haben

Werdau. Gräben, Schleusen, Überläufe reinigen, mehrere Lkw-Ladungen Geröll beseitigen, Wege wieder in Ordnung bringen: Bernd Langer hat in den vergangenen Tagen mehr als alle Hände voll zu tun gehabt, um die Schäden zu beseitigen, die die Unwetter am 5. und 6. Juli auf seinem Grundstück unterhalb der Baustelle der Mitteltrasse angerichtet haben.

Fischteich ist unbrauchbar

"Meinen Fischteich kann ich vergessen, der ist total voller Schlamm", sagt der 54-Jährige, der diese Katastrophe nicht zum ersten Mal erlebt. Schon im Juli und September vorigen Jahres war sein Anwesen nach starken Niederschlägen von einer wahren Flutwelle überrollt worden.

"Ich mache Planungsfehler beim Bau der Trasse für die Überflutungen verantwortlich", sagt Langer, der Landwirt und Geschäftsführer einer Firma ist. Er sehe durchaus ein, dass die Menge der Niederschläge, die am 6. Juli herunterging - rund 60 Liter pro Quadratmeter - ungewöhnlich sei. Trotzdem könne so ein Naturereignis jederzeit wiederkommen. Im Wilddurchlass oberhalb seines Grundstückes seien Rohre mit zu geringem Durchmesser eingebaut worden. Der neu angelegte Wirtschaftsweg neben der Trasse in Richtung Steinpleis habe überhaupt keine Entwässerung. "Wenn man sich jetzt nicht Gedanken macht, saufen mein Gelände und auch die weiter unten liegenden Teichen der Stadt Werdau immer wieder ab."

Landwirt erstattet Anzeige

Bei einem Vor-Ort-Termin in der vergangenen Woche mit dem zuständigen Straßenbauamt des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr, Niederlassung Zschopau, sei keine Einigung erzielt worden. "Man hat mir geraten, einen Rechtsanwalt mit meinen Interessen zu betrauen", sagt Langer, der Strafanzeige gegen die Behörde stellen will. "Ich sehe nicht ein, dass mein Eigentum von Dritten beschädigt wird und man keine Hilfe kriegt." Vonseiten des Straßenbauamtes war am Donnerstag keine Stellungnahme zu bekommen. Anfragen von "Freie Presse" blieben unbeantwortet.

Im nur wenige Kilometer entfernten Lichtentanne gab es das gleiche Problem. Ein Grundstück an der Kohlenstraße abseits, wo die Mitteltrasse unmittelbar vorbeiführt, ist komplett überflutet worden. Dem 62-jährigen Besitzer starben unter anderem 18 wertvollen Kois. Die Dimensionierung des Durchlasses für das Oberflächenwasser aus der Baustelle sei nach geltenden technischen Regeln geplant, so ein Mitarbeiter des Straßenbauamtes. Außerdem sei ein Teil der Entwässerung ja auch noch nicht fertig gestellt. Letztere Antwort hat auch Bernd Langer bekommen.

 
erschienen am 19.07.2012 ( Von Annegret Riedel )
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