Passiert ein Bus die Unterführung, muss der Gegenverkehr warten. Für ein zweites Fahrzeug reicht dann der Platz nicht aus.
Foto: Thomas Michel
Zur Westtrasse geht's durch ein Nadelöhr
Nach ruhenden Arbeiten kommt wieder Bewegung ins Projekt
Werdau. Der Bau der Westtrasse wird in diesem Jahr auf Langenhessener Flur fortgesetzt. Das sagte die Pressesprecherin des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Martina Pirk. Im Gegensatz zu den bisherigen Planungen wird der Abschnitt zwischen den Anschlussstellen Ronneburger Straße und Seelingstädter Straße (2,5 Kilometer) sowie Seelingstädter Straße und der Ortschaft Neukirchen (4,8 Kilometer) nun in einem Zug realisiert.
"Für das gesamte Projekt sind 38 Millionen Euro im Haushalt des Freistaates eingeplant", sagte Pirk. Begonnen werde mit dem Bau der Brücken. Allein auf dem ersten Teilstück sind fünf ingenieurtechnische Bauwerke vorgesehen. Auf einen der größten Brocken, die Eisenbahnunterführung an der Seelingstädter Straße, wird verzichtet. "Da die Westtrasse nun in einem Zug errichtet wird, ist die Erneuerung der Unterführung nicht mehr nötig", sagt die Ministeriumssprecherin.
Ist die Westtrasse, die in Langenhessen parallel zur Eisenbahnstrecke errichtet wird, fertig, dürfte sich die Verkehrssituation im Bereich der bestehenden Unterführung zuspitzen. Der Grund: An der Stelle des ehemaligen Kartoffellagers an der Seelingstädter Straße erhält die Westtrasse eine Anschlussstelle. Alle Fahrzeuge, die künftig von Langenhessen kommend die Schnellstraße nutzen wollen, müssen dann durch das Nadelöhr. Schon jetzt ist die 167 Jahre alte Engstelle nur wechselseitig befahrbar.
Dabei waren die Pläne für eine neue Unterführung bereits fertig. Diese sollte eine Durchfahrtsbreite von zwölf Metern und eine Höhe von knapp fünf Metern haben und außer den beiden Fahrspuren auch einen kombinierten Rad- und Fußweg erhalten. Das Bauwerk sollte unmittelbar neben der bestehenden Unterführung bei voller Aufrechterhaltung des Bahnverkehrs errichtet werden. Das sagte bereits 2010 der Leiter des Straßenbauamtes Chemnitz, Karsten Mühlmann. Nach der Fertigstellung des Baus sollte das alte bestehende Nadelöhr mit Beton verfüllt werden und der Vergangenheit angehören.
Mit dem Wegfall der Unterführung muss die Stadt auch ihre mehrfach geäußerten Hoffnungen auf eine Aufwertung des Gewerbegebietes in Langenhessen, in dem noch etliche freie Flächen vorhanden sind, begraben. Denn auch nach erfolgtem Lückenschluss der Westtrasse, über die dann auf dem kürzesten Weg die Autobahn 4 bei Crimmitschau/Schmölln erreichbar ist, können Laster die alte Unterführung nur eingeschränkt nutzen. Ein weiteres Manko: Das Gewerbegebiet Langenhessen, das sich nur wenige Meter von der Seelingstädter Straße entfernt befindet, ist als Standort für die neue Straßenmeisterei favorisiert. Auch für einige der Fahrzeuge, die zur Auffahrt zur Westtrasse durch die 1845 gebaute Unterführung müssten, bleibt die Anschlussstelle künftig tabu. Zuständig für den Bau der neuen Straßenmeisterei ist das gleiche Ministerium in Dresden wie für die Westtrasse.



18:33 Uhr
mz1000s: Ich bin der Meinung, daß Fahrzeuge, die in das Gewerbegebiet jenseits des Tunnels wollen, nicht in Langenhessen einfach aus dem Boden wachsen, sondern aus Werdau oder Crimmitschau kommen. In beiden Orten ist die Auffahrt auf die Westtrasse (nach Fertigstellung) relativ einfach. Warum sollen die sich dann durch den Tunnel quälen ? Mann sollte den "Umweg" mit den Kosten des Brückenbaus der Bahnstrecke mal ins Verhältnis setzen und lieber andere Brücken erneurn/instandsetzen.