Die Größe der Fenster des HBK-Ärztehauses II richtet sich laut Architekten nach den Anforderungen an die Räume dahinter: Licht oder Luft oder beides - das ist die Frage. Hier die Ansicht vom Ärztehaus I aus.
Foto: Ralph Köhler/Archiv
Ärztehaus auf Areal des Zwickauer Heinrich-Braun-Klinikums eingeweiht
Neubau gibt Klinik moderne Note
Zwickau. Das Heinrich-Braun-Klinikum Zwickau (HBK) ist jetzt um einige medizinische Angebote reicher - und die Stadt um ein beispielhaftes Projekt zeitgenössischer Architektur: 371 Tage nach der Grundsteinlegung ist im Beisein mehrerer Dutzend geladener Gäste am Freitag das Ärztehaus II offiziell eingeweiht worden. Das viergeschossige Gebäude mit dem quadratischen Grundriss und der ungewöhnlichen Fensteranordnung beherbergt auf insgesamt 1300 Quadratmetern Nutzfläche ein Gesundheitszentrum mit physiotherapeutischem Angebot im Erdgeschoss, darüber eine kardiologische Gemeinschaftspraxis sowie eine geriatrische Tagesklinik, die noch nicht eingezogen ist. Eine chirurgische sowie neurochirurgische Praxis war bereits zuvor im benachbarten, 1962 errichteten ÄrztehausI etabliert und belegt jetzt eine ganze Etage im Neubau, der in der offiziellen Zählung des HBK als Haus 13 firmiert. Mit dessen Errichtung, die für das Klinikum mit insgesamt rund 3 Millionen Euro zu Buche schlug, sind vor dem Ärztehauskomplex zu den bisherigen 90rund 20 zusätzliche Autostellflächen entstanden.
Bei der Einweihungsfeier, die aus Wettergründen vom Freien kurzfristig in den historischen HBK-Hörsaal verlegt wurde, erläuterte Carsten Brunner vom Zwickauer Büro Aufbauostarchitekten das eigenwillige Fassadenkonzept. Es folge den verschiedenen Anforderungen an die jeweiligen Räume - große, nicht entriegelbare Fenster da, wo vor allem viel Licht gebraucht wird, kleinere, die sich öffnen lassen, da, wo häufiges Lüften nötig ist. Und in vielen Räumen beides. Finanzbürgermeister Bernd Meyer äußerte sich in seiner Rede lobend über die "mutige, moderne Architektur". Das Haus gebe "dem HBK kein neues Gesicht, aber eine wohltuende Verjüngung".

