Frisches Grün wissen die Kaninchen von Betty Richter (7) besonders zu schätzen - nicht nur bei Hitze.
Foto: Andreas Kretschel
Am liebsten füttert Betty ihre Stallhasen
Im Kaninchenzuchtverein auf dem Sandberg sind Richters seit 60 Jahren dabei - Der siebenjährigen Enkelin haben es die Zwergwidder angetan
Wilkau-Haßlau. Wilkau-Haßlau. Der Rassekaninchenverein Wilkau-Haßlau und die Gaststätte im Kaninchenpark hatten fürs Wochenende zur traditionellen Jungtierschau und zum Sommerfest eingeladen. Dabei meinte es die Sonne zu gut: Sie hielt mit brennender Hitze selbst viele Stammbesucher ab, sich auf den Weg zum Sandberg zu machen. In der Ausstellungshalle herrschten tropische Temperaturen. So machte sich auch Jungzüchterin Clara Sophie Opitz, rar. Dabei hatte sie für ihr Lohkaninchen havannafarbig einen der zehn Ehrenpreise bekommen, den die Preisrichter vergeben haben.
Betty Richter, sieben Jahre alt, machte dagegen die Hitze nichts aus. Auch denkt sie noch nicht an einen Pokal. "Mir machen erst Mal meine Zwergwidder weiß Blauauge viel Spaß" , freut sich die Kleine. Immerhin sind es zehn Stück, die sie unter ihre Fittiche genommen hat. "Die füttert sie mit wahrer Begeisterung", staunt Opa Klaus Richter. "Denn das macht ja allerhand Arbeit." Der Rentner züchtet schon seit 60 Jahren Kaninchen und von ihm hat die Enkelin auch die Liebe zu den Zwergwiddern übernommen. Dass Klaus Richter erfolgreich ist, beweisen die Pokale, die beim ihm Zuhause stehen. Dass die Enkelin viel Zeit mit ihren Hasen verbringt, daran hat aber auch Oma Christa einen großen Anteil. Denn sie hat, wenn auch erst 1977, ebenfalls mit der Zucht begonnen. Allerdings züchtet sie Chinchilla.
An der Schau des Wilkau-Haßlauer Vereins nahmen diesmal 16 Aussteller mit 94 Tieren aus 16 Rassen teil. Was deren Qualität anbelangt, hob Michael Rockstroh, der Vereinsvorsitzende und zugleich Landesvorsitzender, den Züchter Rudolf Rauch aus dem eigenen Verein, der 25 Mitglieder hat, hervor. Er züchtet Deutsche Riesen und erreichte mit drei Zuchtgruppen drei der insgesamt zehn Ehrenpreise und damit ein überragendes Ergebnis. Dabei kam der Vorsitzende auf die Vereinsarbeit zu sprechen: "Angesichts der zurückgehenden Mitgliederzahlen wird es immer schwieriger. Deshalb müssen wir neue Wege finden. So denken wir darüber nach, künftig mit den Cainsdorfern zusammen die Jungtierschau in deren Ortsteil zu machen und die Winterschau bei uns auf dem Sandberg. Das ist wegen der jeweiligen räumlichen Bedingungen attraktiver und ökonomischer." Auch gebe es aus der Sicht des Landesverbandes schon Überlegungen, ob sich die Kaninchen- und Geflügelzuchtvereine nicht vereinigen sollten. Zumal heutzutage die Tierhaltung in Kleingartenanlagen nicht mehr gewünscht sei und die Geflügelhaltung in den Städten aus unterschiedlichen Gründen immer schwieriger wird.


