Am Wochenende hat der FSV Zwickau mit dem Verkauf von Fanartikeln noch einmal Kasse gemacht. Retten konnte das den Verein nicht. Die Kasse ist leer, geblieben ist nur die langjährige Tradition.
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Anwalt verspricht FSV-Spielern wieder Bares
Vorläufiger Insolvenzverwalter macht privaten Geldgebern wenig Hoffnung: Ehemalige Präsidiumsmitglieder gehen voraussichtlich leer aus
Zwickau. Zwickau. Vor dem Punktspiel am Samstag bei Lok Leipzig sollen die Spieler des FSV Zwickau wieder Geld sehen - erstmals seit Oktober. Mit ersten Abschlägen rechnet Markus Merbecks bis Freitag, sagte der vorläufige Insolvenzverwalter am Dienstag. Am Vormittag traf sich der Stammkader zum Training.
Allerdings zahlt nicht die Arbeitsagentur - sie gibt ein Insolvenzausfallgeld erst dann frei, wenn über die Eröffnung des Insolvenzverfahrens entschieden ist. Vielmehr gewähre eine Bank den Spielern ein Darlehen, wenn sie im Gegenzug den Anspruch auf späteres Insolvenzgeld abtreten. Dieser Vereinbarung müsse die Arbeitsagentur zustimmen. Am Mittwoch gibt's dazu ein Gespräch. Die fälligen Darlehenszinsen würden aus der Insolvenzmasse gezahlt, so Merbecks.
Die ausstehenden Löhne hatten sich bis Mitte Februar auf 144.000 Euro summiert, las FSV-Mitglied Thomas Pfefferkorn, Vorsitzender des Fußball-Kreisverbandes, aus der Bilanz, die vor der Mitgliederversammlung auslag. Fritz Binder, der als Vorstand nur zum Zwecke des Insolvenzantrages eingesetzt wurde, bestätigte, dass seit Monaten keine Löhne gezahlt worden seien. Insgesamt stehen auf der FSV-Gehaltsliste 24 Spieler und sieben weitere Arbeitskräfte.
Neben dem FSV haben auch die Krankenkassen AOK und IKK Insolvenzantrag gestellt. Sie gehören zu den Hauptgläubigern. Knapp 65.000 Euro würden ihre Forderungen betragen, so Pfefferkorn. Die Berufsgenossenschaft warte noch auf 41.000 Euro aus dem Vorjahr. Heute wären 50.000 Euro für das laufende Jahr fällig. Schon jetzt geht Merbecks davon aus, dass private Geldgeber "wohl leer ausgehen". Immerhin 520.000 Euro private Darlehen und Kredite wurden dem Verein gewährt, darunter von den ehemaligen Präsidiumsmitgliedern Matthias Weichsel, Ingo Heinicke und dem CDU-Bundestagsabgeordneten Michael Luther, wie Binder und Pfefferkorn sagen.
In frühestens vier Wochen rechnet Anwalt Merbecks mit der Entscheidung, ob das Insolvenzverfahren eröffnet oder mangels Masse abgelehnt wird. In jedem Falle sei ein Notvorstand dringend nötig, den das Amtsgericht voraussichtlich am Donnerstag einsetzt. Vier Zwickauer hätten sich dafür bereiterklärt, sagt Merbecks, dessen Zwickauer Kanzleikollege Oliver Junghänel die kurze Verbindung zum FSV halte.


