Zumindest der Mauerrest vor der Ruine soll nun abgerissen werden. Die Wiese daneben gehört den vom Anblick genervten Nachbarn.  
Zumindest der Mauerrest vor der Ruine soll nun abgerissen werden. Die Wiese daneben gehört den vom Anblick genervten Nachbarn.

Foto: Marcus Richter

Behörde fordert Beräumen der Schuttberge und Mauerabriss

Ehemaliges Kirchberger Bauzentrum ist ein Trümmerfeld - Landratsamt macht Eigentümer Druck

Kirchberg. Seit die Pläne zum Bau der Lidl-Filiale an der Lengenfelder Straße in Kirchberg geplatzt sind, ruht jegliches Baugeschehen auf der Fläche. Erhard Schmidt, dem das Nachbargrundstück gehört, ist es leid, sich über den Anblick der Schuttberge zu ärgern.

Seit elf Jahren kämpft der Mann darum, dass die Ruinen des Pleite-Unternehmens verschwinden. Seit 2006 durfte er auf Geheiß der Baubehörde sein Gartengrundstück nicht mehr betreten, weil ein einsturzgefährdetes Gebäude des insolventen Bauzentrums in seine Richtung zu fallen drohte. Die Doma-Geschäftsführer- und Beteiligungsgesellschaft in Halle kaufte das Terrain samt maroder Bausubstanz und wollte einen Lidl-Markt bauen. Dazu kam es nicht. Das behördliche Gezerre um die Baugenehmigung dauerte Lidl zu lange, der Discounter zog sich 2010 zurück.

Die Doma schmiedete neue Pläne, sah sich aber durch einen Eintrag ins Grundbuch mit einem zweiten Eigentümer konfrontiert, der die Grundschuld vom ehemaligen Bauzentrum gekauft hatte. Die Doma unterbrach die Abrissarbeiten. Geschäftsführer Toni Herget zog vor Gericht, klagte gegen den aus seiner Sicht "illegalen" Einkauf ins Grundbuch und wollte in den Abriss nicht weiter Geld investieren, solange eine gerichtliche Entscheidung die Eigentumsfrage nicht unzweifelhaft geklärt hat.

Die Reaktion - so verständlich sie ist - geht der Baubehörde des Landkreises allerdings gegen den Strich. Sie forderte jetzt erneut den Investor auf, die riesigen Schuttberge wenigstens so einzuebnen, dass sie nicht mehr landschaftsprägend wirken. Außerdem soll die etwa hüfthohe Mauer zwischen dem Grundstück des Ex-Bauzentrums und dem Areal der Familie Schmidt abgerissen werden. Dabei handelt es sich um den Mauerrest, der nach dem Abriss des einsturzgefährdeten Gebäudes stehen geblieben war.

Hannelore und Erhard Schmidt freuen sich inzwischen schon über solch kleine Fortschritte. Ob sie den vollständigen Abriss und ein ansehnliches Nachbargrundstück noch erleben werden, da hegen sie inzwischen Zweifel.

 
erschienen am 29.07.2011 ( Von Hans-Peter Kuppe )
 
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