Großauftrag im hohen Norden: Im Hamburger Hafen hat der Zwickauer Gleisbauer Lasch drei Kilometer Gleis erneuert.
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Bei Gleisbauer läuft es wie auf Schienen
70 Mitarbeiter der Gleisbaufirma Lasch deutschlandweit tätig
Zwickau. Drei Kilometer Gleis und sechs Weichen haben die Mitarbeiter von Gunter Hofmann in den vergangenen elf Wochen im Hamburger Hafen verlegt. Ein interessanter Auftrag, wie Hofmann, Geschäftsführer des Zwickauer Gleis-, Hoch- und Tiefbauunternehmens Lasch, sagt: "Es ist der größte Seehafen in Deutschland, europaweit der drittgrößte. Dort zu arbeiten, ist für uns natürlich spannend." Einen Teil der Gleisanlage haben die Zwickauer erneuert, die alten Schienen herausgerissen und neue eingesetzt. 1,1 Millionen Euro war der Auftrag wert.
Bahn ist der Hauptauftraggeber
Einsätze fern der Heimat sind für die 70 Lasch-Mitarbeiter normal. Während das Unternehmen auch nach der Wende noch lange vorrangig in einem Umkreis von 100 Kilometern um Zwickau tätig war, habe es mit der Zeit die Auftragssituation verlangt, bundesweit zu suchen. So ist neben Sachsen mittlerweile Bayern häufigster Arbeitsort. Hauptauftraggeber ist laut Gunter Hofmann die Deutsche Bahn, "für sie arbeiten wir zu 80 Prozent". Aktuell saniert Lasch für den Staatsbetrieb zum Beispiel einen Bahnsteig des Glauchauer Bahnhofs und baut für 450.000 Euro Bahnsteig und Treppenaufgang des Chemnitzer Südbahnhofs um. Davor setzten die Zwickauer auf der Strecke zwischen Dresden und Königstein in zwei Abschnitten Elemente ins Gleisbett ein, die den Schall dämpfen sollen.
Zwischen 8 und 10 Millionen Euro setzt Lasch im Durchschnitt jährlich um, im vergangenen Geschäftsjahr waren es 9,7 Millionen Euro, sagt Gunter Hofmann. Das Spektrum der Firma, die vor 90 Jahren gegründet wurde, reiche vom Tief- über den Hoch- bis zum Gleisbau - wobei vor allem letzterer in den Auftragsbüchern auftaucht. Als Spezialist hat sich Lasch denn auch einen Namen gemacht - und für den Gleisbau hält das Unternehmen auch die Technik vor. Zum Fuhrpark gehören neben acht Zwei-Wege-Baggern, die ebenso auf der Straße wie auf der Schiene fahren können, auch einige Spezialfahrzeuge, die mehrere Millionen Euro wert sind und die die Gleisbetten computergesteuert mit Schotter verfüllen.
Firma sucht dringend Fachleute
Trotz der Automatisierung: Auf das Wissen und die Erfahrung seiner Mitarbeiter ist Gunter Hofmann aber dennoch angewiesen. Dass die Zahl der Mitarbeiter zwischenzeitlich von mehr als 80 vor gut fünf Jahren auf jetzt noch 70 zurückgegangen ist, erklärt Gunter Hofmann mit der Krise, die auch seine Firma gebeutelt hat. Aufwärts sei es erst mit dem Konjunkturpaket gegangen, das plötzlich viele Aufträge brachte. In den vergangenen Monaten laufe es nun wieder - quasi wie auf Schienen. Nun sucht Hofmann Fachkräfte, bekommt aber wie viele andere Unternehmer zu spüren, dass es momentan einen Mangel an gut ausgebildeten Arbeitern gibt. "Vier bis fünf Fachleute will ich einstellen, gut qualifizierte Gleisbauer. Die zu finden, ist aber ganz schwierig", sagt der Firmenchef. Selbst die drei Auszubildenden, die er sich jedes Jahr wünscht, habe er zuletzt nicht mehr anstellen können. "In diesem Jahr haben wir nur einen genommen", sagt Hofmann. Hoffnung mache ihm eine Kooperation mit der Fachhochschule in Erfurt, die ein duales Bauingenieurstudium anbietet und deren Praxispartner Lasch ist. Ein erster Absolvent arbeite schon in der Firma, ein zweiter schreibe seine Abschlussarbeit.


