Seit Jahren verfällt das alte Wilkau-Haßlauer Bahnhofsgebäude, die Züge halten längst an einem neu gestalteten Bahnsteig.
Foto: Marcus Richter
Bei Zuschlag: Jugend soll in Bahnhof umziehen
Wilkau-Haßlauer Bahnhofsgebäude steht am Freitag zur Versteigerung
Wilkau-Hasslau. Seinem Plan, das Freizeitzentrum aus dem jetzigen, baufälligen Gebäude an der Culitzscher Straße heraus in das ehemalige Bahnhofsgebäude umzusiedeln, hofft Wilkau-Haßlaus Bürgermeister Stefan Feustel (CDU), am Freitag ein Stück näher zu kommen. Dann steht der Bahnhof in Berlin zur Versteigerung. "Wir wollen ihn ersteigern", sagt Feustel. Zur Stadtratssitzung am Donnerstag war die Auktion ein Thema, im nicht-öffentlichen teil holte sich Feustel die Zustimmung der Räte, am Freitag mitzubieten. Geklärt worden sei, bis zu welchem Gebot er mitgehen darf. Zu dem genauen Wert wollte er sich am Montag naturgemäß nicht äußern.
Das Startgebot für Bahnhofsgebäude und fast 6000 Quadratmeter großes Gelände liegt bei 3000 Euro. "Das liegt noch weit unter dem Bodenwert", sagt Stefan Feustel. Primär habe die Stadt jedoch nicht deshalb ein Interesse, den Zuschlag zu erhalten. Es gehe um eine alternative Unterbringung des Freizeitzentrums. Das Gebäude, in dem der in Zwickau ansässige Verein Sprach-, Bildungs- und Beratungszentrum Kinder und Jugendliche in ihrer Freizeit betreut, ist baufällig. Bereits zu Jahresbeginn hatte Bürgermeister Feustel Zweifel angemeldet, ob sich eine Investition in das Haus noch lohnt oder ob ein Abriss sinnvoller wäre. Als neuen Standort brachte er den Bahnhof ins Spiel. Laut Auktionsunterlagen ist aber auch dieser in einem "stark sanierungsbedürftigen Zustand". Unter anderem ist das Dach teilweise undicht, heißt es.
Die Stadt hat sich bereits seit einer Weile bemüht, mit dem Besitzer des zum größten Teil leerstehenden Bahnhofsgebäudes Kontakt aufzunehmen und über einen Kauf zu verhandeln. Eigentümer ist offenkundig eine Immobiliengesellschaft, der auch zahlreiche weitere Bahnhöfe in ganz Deutschland gehören. Am Freitag kommen insgesamt 60 Bahnhofsgebäude aus acht Bundesländern unter den Hammer, darunter drei weitere aus der Zwickauer Region. Angeboten werden die Bahnhofsgebäude in Mosel, Wiesenburg und Voigtsgrün, die Startgebote variieren zwischen 2000 und 5000 Euro. Den Häusern ist in ihrer jüngeren Historie gemein, dass die Deutsche Bahn sie zunächst vor Jahren im Paket mit anderen Bahnhöfen an eine Immobiliengesellschaft verkauft hatte, die dann jedoch Insolvenz anmelden musste. Daraufhin nahm die Bahn die Häuser zurück, um sie dann erneut an eine Gesellschaft abzugeben.


