Bernd Weiß (rechts), alias Wenzel von Sturza, beobachtet Schmied Thomas Linke und Monika Leonhardt bei der Arbeit. Sie stanzen gerade Löcher in den Beschlag für eine Truhe.
Foto: Ralph Köhler
Besucher gehen auf interessante Zeitreise
Handwerke, Gaukler und Musikanten ließen auf der Burg Schönfels das Mittelalter lebendig werden
Schönfels. Mit Wucht lässt Thomas Linke den schweren Hammer auf das glühende Metall sausen. Später stanzt er Löcher in den Beschlag, der eine Truhe zieren soll. Partnerin Monika Leonhardt sorgt derweil mit einem Blasebalg für flackerndes Schmiedefeuer. Die Olbernhauer gehören zu den etwa 100 Handwerkern, Händlern und Künstlern, die auf der Burg Schönfels für mittelalterliches Flair sorgen.
Viele der Gäste kommen im historischen Gewand auf den Markt. Zu ihnen gehört Bernd Weiß alias Wenzel von Sturza vom Verein "Scoiattoli Neri" (Schwarze Eichhörnchen) aus Schneeberg, der wie Lebensgefährtin Anja Schneider und Töchterchen Cora Mittelalter-Fan ist. "Uns macht es Spaß, diese Zeit ein wenig zu leben", sagt er, während die Familie dem Schmied bei der Arbeit zusieht. Der arbeitet die Woche über als angestellter Metallgestalter und frönt am Wochenende seinem Hobby. Unter den geschickten Händen des Olbernhauers entstehen Nägel, Pfeilspitzen und Messer, aber auch filigrane Rosen.
Gaumenfreuden und Handwerk
Schon von weitem hört man Sabine Neef, die mit Mike Kapeller sowie den Enkeln Leopold und Leni Kapeller gekommen ist. Alle haben kleine Schellen an der selbst gefertigten historischen Kleidung, die bei jeder Bewegung klingen. "Wir kommen vom Rittergut Irfersgrün, wo wir auch mittelalterliche Essen und einen Mittelalterweihnachtsmarkt veranstalten. Wir lieben diese Zeit", sagt Sabine Neef.
Christian Uhlig aus Olbernhau veranstaltete den Markt zum zweiten Mal in Schönfels. "Es ist ein schönes Ambiente hier. Die Veranstaltung wird gut angenommen", sagt er. "Meine Firma wartet mit Met und anderen Gaumenfreuden auf. Handwerker wie Seiler, Schreiner, Papiermacher und Töpfer ergänzen das Angebot." Aus Zwickau kommt der Heimleuchter. René Pierther stellt aus Holz sowie Rinderblasen oder Schweinehaut historische Holzlaternen her. Dicht umringt ist stets der Frettchenzirkus. Außerdem ziehen Feuer- und Fakirdarbietungen die Gäste in ihren Bann, genau wie die Musikanten der Gruppen Donner & Doria und Fabula.
Diebe holen Met und Käse
"Wir hatten am Samstag Hunderte, am Sonntag mehr als 1000 Gäste", freut sich Veranstalter Uhlig. Doch es gab auch einen Wermutstropfen. "Am Samstagabend, als wir uns mit den Händlern zusammengesetzt haben und die Stände kurz unbeaufsichtigt waren, sind Waren im Wert von etwa 900 Euro gestohlen worden, unter anderem zwei Käse."
Kontakt
Hinweise zum Diebstahl nimmt Christian Uhlig unter Ruf 0172 10043 entgegen. Er hat 200 Euro Belohnung ausgesetzt.


