So bevölkert Zwickaus Friedhöfe am Totensonntag auch sind: Der Todesfall eines nahen Angehörigen trifft viele Menschen unvorbereitet. Dem will der Friedhofswegweiser abhelfen.
Foto: Andreas Wohland
Broschüre hilft beim Unausweichlichen
Erster Friedhofswegweiser der Stadt Zwickau verspricht Hilfe und Rat für Hinterbliebene
Zwickau. Als fünfte sächsische Stadt nach Dresden, Leipzig, Chemnitz und Plauen verfügt Zwickau ab sofort über einen Friedhofswegweiser - eine Broschüre, die zu allen Dingen Auskunft gibt, die im Todesfall eines Angehörigen zu erledigen, zu entscheiden, einzuleiten sind.
Herausgegeben hat das 100-seitige, vierfarbige Heft im A-5-Querformat der Mammut Verlag in Kooperation mit dem städtischen Garten- und Friedhofsamt. Neben diversen Checklisten, was im Todesfall zu tun ist, kurzen Ratgebertexten zu Themen wie Grabgestaltung, Nachlassregelung, Erbstreitigkeiten, Haushaltsauflösung, Rat fürs Trauern und Trösten werden in der komplett durch Inserate finanzierten Broschüre in Wort, Bild, Kennzahlen und Lageplänen sämtliche Friedhöfe im Stadtgebiet und die dort vorhandenen Räumlichkeiten zur Abschiednahme vorgestellt.
"Wir verstehen unser Angebot als Ratgeber im Vorfeld", erläuterte bei der Übergabeveranstaltung am Donnerstag in der Jakobskapelle des Rathauses Verleger Günter Meyer das Anliegen der Publikation, die er in den vergangenen 14 Jahren bundesweit bereits in 160 Städten etabliert habe, darunter zum Beispiel auch in Berlin und Hamburg. Für letztere Stadt erreichte die erste Auflage 2008 einen Rekordumfang von 356 Seiten.
Nach eigener Angabe war Günter Meyer der erste Verleger in Deutschland, der auf die Idee gekommen ist, eine umfassende Ratgeberbroschüre zum Thema Todesfall mit lokalem Bezug auf den Markt zu bringen. Sinnvoll sei dies für alle Städte mit mehr als 20.000 Einwohnern. In Leipzig, Sitz des Verlages, sei im März vergangenen Jahres bereits die vierte aktualisierte Auflage des Friedhofswegweisers erschienen. Die erste Auflage der Zwickauer Ausgabe umfasst 8000 Exemplare, von denen bereits ein Fünftel von Kirchgemeinden, Pflegeheimen, Sozialverbänden und städtischen Einrichtungen bestellt worden ist. Am 16. Dezember soll die Broschüre der Öffentlichkeit kostenfrei zur Verfügung stehen.


