Das Büffelmädchen mit dem treuen Blick und der Ohrmarke Nummer 18892 ist ein Siegertyp.
Foto: Marcus Richter
Büffel-Papst kürt Wiesenburger Huftier
Wiesenburger sahnen vor internationaler Jury 1. Preis ab
Chursdorf/Wiesenburg. So treuherzig wie das Wasserbüffelmädchen mit der Ohrmarke 14.031 18892 dreinschaut, vermutet der Laie kaum, dass da ein Siegertyp über den Elektrozaun äugt. Heike Pilz, die Leiterin Tierproduktion im Wiesenburger Agrarbetrieb, hat es sogar schriftlich bekommen. Beim 7. Deutschen Büffeltag in Chursdorf hat die 15 Monate alte Färse in der Kategorie Jungtiere den 1. Platz abgesahnt. Mit der Urkunde wird das Huftier natürlich nichts anzufangen wissen. Aber mit dem Erfolg hat sich die Färse eine Extraportion Grün- und Kraftfutter verdient, ebenso Mutter Franziska und Vater Samson.
Einen Namen hat das am 9. Juli 2007 geborene, preisgekrönte Jungtier allerdings noch nicht. "Den bekommt es erst, wenn es selbst trächtig ist", erklärt Heike Pilz. "Und der Name muss dann mit F beginnen, dem Anfangsbuchstaben des Namens der Mutter.
Bei der Klasse des Jungtieres waren sich die Juroren beim Büffeltag einig. Die dreiköpfige internationale Jury bestand ausschließlich aus hochkarätigen Fachleuten. Drei Professoren beurteilten die Tiere. Der Brasilianer William G. Vale, die Bulgarin Tzonka Peeva und der Italiener Antonio Borghese. Vale ist Präsident des brasilianischen Büffelzuchtverbandes.
Für den deutschen Verbandschef Manfred Thiele vom Gastgeber-Landgut in Chursdorf ist er der Büffel-Papst schlechthin. Auch Tzonka Peeva ist Büffelexpertin und gleichzeitig Vizepräsidentin des Weltbüffelverbandes für Europa. Für sie war es der fünfte Besuch beim Deutschen Büffeltag. Antonio Borghese, Generalsekretär des Internationalen Büffelverbandes, der auch den italienischen Büffelzuchtverband leitet, gehört ebenfalls schon fast zu den Stammgästen.
Im vergangenen Jahr musste der Büffeltag wegen der Blauzungenkrankheit auf die Ausstellung der Tiere verzichten. Im diesem Jahr lief alles wie gewohnt und für die Wiesenburger mit dem 1. Preis optimal. Der Erfolg ist Heike Pilz Ansporn. 66 Tiere zählt derzeit die Herde. Erst vor kurzem gab es wieder Nachwuchs bei den Wiesenburgern. Das lässt schon jetzt wieder auf einen Preis im nächsten Jahr hoffen. "Mal sehen, wie sich das Jungtier entwickelt", sagt Heike Pilz.
Die Wiesenburger halten die Tiere nicht nur für die Wettbewerbsteilnahmen. Sie wollen das Nutztier auch als Fleisch- und Milchlieferant weiter salonfähig machen, so wie es in anderen Teilen der Welt, allen voran in Asien, längst üblich ist. "Übrigens ist am Dienstag und Mittwoch wieder Büffelfleischverkauf", macht die Tierzüchterin Appetit. Im Laden direkt bei der Agrargenossenschaft nahe der B 93 in Wiesenburg und am ehemaligen Bahnhof in Cunersdorf können Kenner und Interessierte neben den selbst angebauten Kartoffeln auch den Büffel-Mozzarella kaufen.


