Crinitzberg kämpft weiter mit Altschuld
Gemeinde plant für 2012 keine größeren Investitionen - neuer Haushaltsplan lässt Wunschdenken nicht zu
Obercrinitz. Große Sprünge kann Crinitzberg in diesem Jahr nicht machen. Mit dem Gedanken haben sich die Gemeinderäte in ihrer jüngsten Sitzung anfreunden müssen. Größere Investitionen sind im Haushaltsplan 2012 Fehlanzeige.
Zwar beläuft sich der Vermögenshaushalt der 2200-Seelen-Gemeinde auf immerhin rund eine Million Euro, aber davon sind allein 683.000 Euro dafür vorgesehen, die Kreditanteile am ehemaligen Abwasserzweckverband wieder ins Bilanzvermögen der Gemeinde Crinitzberg "umzuschulden". Das AZV-Darlehen war bisher als Gesamtsumme in Kirchbergs Regie, um bessere Konditionen bei Banken zu bekommen. In Vorbereitung der Doppik - am 1. Januar 2013 stellen alle vier Kommunen der Verwaltungsgemeinschaft um - mussten die Crinitzberger Anteile nun ausgegliedert werden, um künftig Kirchbergs Bilanzen nicht zu verfälschen. Zins und Tilgung hatte Crinitzberg bisher stets als Umlage an Kirchberg gezahlt. Da die Übernahme eine rein formale Angelegenheit ist, ändert sich für Crinitzberg an der Finanzsituation insgesamt nichts.
Die restlichen knapp 320.000 Euro braucht Crinitzberg unter anderem für Reparaturen. "Richtige Bauangelegenheiten sind nicht geplant", sagt Bürgermeister Steffen Pachan (Freie Wähler). Trotzdem wird Crinitzberg um den Griff in die allgemeine Rücklage nicht herumkommen. Um rund 80.000 Euro wird so das Budget aufgebessert. Gebaut wird nur, was wirklich nötig ist: Stützmauern, die verdrückt wurden, auch Straßenränder, die ausgebrochen sind. Außerdem werde über den Umbau der Straßenbeleuchtung nachgedacht. Weil überalterte Steuerungen zum Teil versagen, haben in der Vergangenheit Straßenlaternen auch zu "ungewöhnlichen Zeiten" geleuchtet. Ein Umrüsten der Leuchten auf sparsamere LED-Lampen kommt laut Pachan möglicherweise in Betracht.
Hoffnungen machte der Ortschef erneut den Bürgern von Lauterhofen, was die Umstellung auf schnellere DSL-Anschlüsse anbelangt. Der Ortsteil war beim Angebot der Telekom im Jahr 2010 unberücksichtigt geblieben, weil im Telekom-Netz Lauterhofen formal zum Netz von Kirchberg gehört, Obercrinitz und Bärenwalde dagegen zu Rothenkirchen. Jetzt soll auch in Lauterhofen der Breitband-Ausbau erfolgen. Im Moment passiert noch nichts. "Die grundsätzliche Zustimmung für die Förderung ist da. Nur das Geld vom Freistaat ist noch nicht geflossen", begründet Pachan.
Der Verwaltungshaushalt der Gemeinde beläuft sich auf rund 1,8 Millionen Euro, das sind rund 150.000 Euro mehr als 2011. Eine Änderung könnte sich allerdings noch ergeben. Der Plan war von 28,5 Prozent Kreisumlage ausgegangen. Die soll in diesem Jahr aber auf 32 Prozent steigen.


