Bienenschaukasten Im Eingangsbereich des Freigeländes gab es einen offenen Bienenschaukasten. Daran hatten auch der Vereinsvorsitzende Udo Günther (rechts) und Schriftführer Jan-Dirk Unger ihre Freude.

Foto: Andreas Wohland

Erster Imkertag in Reinsdorf fasziniert Familien und Bienenexperten

"Von der Wabe ins Glas" lockt zahlreiche Besucher an

Reinsdorf. Udo Günther (71), Vorsitzender des Imkervereins, und Schriftführer Jan-Dirk Unger (46) waren völlig überrascht, dass das Motto "Von der Wabe ins Glas" so viele Besucher zur Premiere angelockt hat. Schließlich wies die Strichliste - der Eintritt war frei - 150 Personen aus, darunter viele Familien mit Kindern. Und das, obwohl das Fest als Lehrschau angekündigt war. Doch Dank eines abwechslungsreichen Programms mit interessanten Vorträgen rund um die Imkerei, praxisnahen Vorführungen, der Verkostung von frischem Honig aus der aktuellen Ernte sowie einer kleinen Ausstellung im Bergbaumuseum Reinsdorf war es recht unterhaltsam.

So staunten die Besucher schon im Eingangsbereich des Freigeländes über den offenen Bienenschaukasten, den die Imkerfreunde aus Glauchau zur Verfügung gestellt hatten. Darin tummelten sich auf zwei Waben an die 500 Bienen samt Königin, von denen die eine oder andere aus dem kleinen Loch beziehungsweise in dieses hineinflogen. Sie nahmen jedoch vom Publikum keine Notiz.

"Die haben mit sich selbst genug zu tun", beruhigte der Schriftführer als Experte diejenigen, die befürchteten, dass sie gestochen werden und gehörigen Abstand von dem Kasten hielten. Interessantes zur Imkerei und zum kleinsten Haustier der Welt, das ein großes "kleines Wunder" der Natur vollbringt, so heißt es in einem ausgelegten Faltblatt, vermittelten auch einige Schautafeln. So zum Beispiel, dass der Honig für die Biene das Hauptnahrungsmittel zur Deckung der Energiestoffversorgung ist. Zugleich stellt sie für den Menschen ein hochwertiges Nahrungsmittel her.

Dass es im Heimat- und Bergbaumuseum Reinsdorf zum ersten Imkertag gekommen ist, ist eine Geschichte für sich. "Im vorigen Jahr fragte die Gemeinde Reinsdorf in unserem Verein an, ob im Museum eine Ausstellung mit Gerätschaften aus der Imkerei möglich wäre", berichtete Jan-Dirk Unger. Für das Anliegen gab es einen besonderen Grund: Im Reinsdorfer Ortswappen ist ein Bienenkorb verewigt, der von 43 Bienen umgeben ist. Wie Unger meint, ist er vor allem das Sinnbild für den Fleiß der Einwohner.

"Für uns war es eine Selbstverständlichkeit, die Bitte zu erfüllen. So veranstalteten wir im Herbst 2011 einen Stammtisch und eröffneten eine kleine Ausstellung, die jedoch noch im Aufbau ist." In ihr sind das Wappen mit der Jahreszahl 1254, ein Bienenstock, eine Übersichtstafel mit Fotos über verschiedene Bereiche der Imkerei, das Porträt einer Arbeitsbiene sowie eine Puppe in Imkerschutzkleidung zu sehen.

 
erschienen am 11.06.2012 ( Von Harald Toepel )
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