Feinstaub-Wert an 53 Tagen zu hoch
Luftbelastung durch kleine Staubpartikel in Zwickau deutlich gestiegen
Zwickau. Laut Statistik des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie sind 2011 die Grenzwerte für Feinstaub - Staubpartikeln, die kleiner sind als 10 Mikrometer - in Zwickau an 53 Tagen überschritten worden. Vor allem im Februar, März und November waren die erlaubten Tagesmittelwerte von 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft häufig höher. Dabei sind Überschreitungen generell erlaubt, allerdings nur an 35 Tagen im Jahr. Bereits 2010 übertrafen die Feinstaubbelastungen die gesetzlichen Vorgaben um zwei Tage. 2011 stieg diese Zahl in Zwickau noch einmal deutlich an.
Wetter wirkt sich negativ aus
Laut Karin Bernhardt, Pressesprecherin des Sächsischen Umweltamtes, sei vor allem die Wetterlage schuld. "Ursache für die höhere Feinstaubkonzentration 2011 sind die noch ungünstigeren meteorologischen Bedingungen." Generell sei die Feinstaubbelastung in den Wintermonaten höher. Als Ursache nennt die Sprecherin Heizungen und längere Kaltstartphasen der Fahrzeuge. Hinzu kommen windschwache Hochdruckwetterlagen, die für weniger Luftaustausch sorgten. Vor allem im November begünstigten Hochdruckeinfluss und Trockenheit die Feinstaubbelastung. An der Zwickauer Messstation an der Werdauer Straße/Ecke Crimmitschauer Straße wurde allein in diesem Monat der Grenzwert an 20 Tagen überschritten.
Baustelle treibt Werte hoch
Für das Umweltamt des Landkreises Zwickau spielt auch die Baustelle des Robert-Schumann-Konservatoriums eine Rolle. Damit sei dem Umweltamt eine wesentliche, aber zeitbegrenzte Quelle bekannt. "Der Bereich des Messcontainers wurde massiv durch Staubemissionen der Baustelle beeinträchtigt", erklärt Sprecherin Ines Bettge. Um dem entgegenzuwirken, wurde bereits der Natursteinzuschnitt an eine andere Stelle verlegt. "Es ist grundsätzlich davon auszugehen, dass nach Beendigung der Baumaßnahmen die lokale Emissionssituation wieder im Bereich vor 2010 liegt", lautet die Prognose des Umweltamtes. Eine Analyse möglicher anderer Verursacher gibt es bisher nicht, da die Grenzwerte bis zum Baubeginn des Konservatoriums immer eingehalten worden waren. (mit lumm)


