Dieselqualm - diesmal ein gutes Zeichen: Der Maschinenmotor ist wieder angesprungen.
Foto: Andreas Wohland
Firma hievt ihre schwere Technik aus der Mulde
Altes Fundament verzögert Bergung der 1,5 Millionen Euro teuren Spezialmaschine
Zwickau. Zwickau. Nach stundenlangem Rangieren, Tüfteln und Probieren ist die Baumaschine, die seit Samstag in der Zwickauer Mulde feststak, am Montagnachmittag geborgen worden. Zwischen Schedewitzer Brücke und Röhrensteg wird derzeit eine Spundwand zum Hochwasserschutz errichtet. Nach heftigen Regenfällen schwamm die schwere Technik selbst im Fluss. Bergungsversuche der Berufsfeuerwehr am Wochenende waren fehlgeschlagen. Die Baufirma selbst hievte schließlich ihre Maschine aus dem Wasser.
Bauleiter Matthias Teschner vom beauftragten Unternehmen aus Löbau bangte, wie der Motor des 55 Tonnen schweren und annähernd 1,5 Millionen Euro teuren Gerätes den "Tauchgang" überstanden hat. "Wenn unsere Mechaniker ihn nicht wieder zum Laufen gebracht hätten, wären wir um die Anforderung schwerer Bergetechnik nicht umhin gekommen." Immerhin dauerte es bis nach Mittag, ehe es Experten gelang, den Motor wieder anzuwerfen.
Die anfangs erfolgreich scheinende Bergung wurde jedoch unvermittelt unterbrochen: Ein altes Fundament, mit dem an dieser Stelle niemand gerechnet hatte, versperrte den Weg. Erst durch zusätzlich herangekarrte Betonstraßenplatten und mit Unterstützung eines Baggers konnte sich die Maschine mit dem angebauten Hochvibrationsrammbär fast aus eigener Kraft aus ihrer misslichen Lage befreien.
Eigentlich sollte die Technik schon am Freitag an einen sicheren Ort gebracht werden, nachdem Regen ohne Unterlass vorhergesagt worden war. Dabei grub sich jedoch die Maschine in den Boden und fuhr fest. "Wie das passieren konnte und ob der Untergrund falsch eingeschätzt wurde, muss untersucht werden", kündigte Peter Horler vom sächsischen Oberbergamt am Montag an.
Die Behörde ist verantwortlich für den Spundwandbau, der vor wenigen Tagen begonnen hat und Ende Oktober beendet sein soll. Horler rechnet mit Verzögerungen von einigen Tagen. Der Bau kostet 1,5 Millionen Euro. Ziel ist, den Grundwasserspiegel in Schedewitz um bis zu drei Meter zu senken. (awo/dy)


