Unter neun Schulen im Landkreis wurde der Schlussstrich schon gezogen. Sie haben die Schließung hinter sich oder stehen kurz davor.
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Fünf Schulen bangen um Klassenziel
Westsächsische Schullandschaft für die nächsten zehn Jahre steht - Plan weist 106 Grund-, Mittelschulen und Gymnasien aus - Neun weniger als derzeit
Zwickau. Mit 73 Ja-Stimmen und sechs Enthaltungen hat der Kreistag am Mittwochabend den Schulnetzplan für den Landkreis Zwickau verabschiedet. Eine Überraschung und somit eine konträre Debatte blieb aus: Sechs Grund- und drei Mittelschulen werden geschlossen - ein Teil ist schon zu. Betroffene Eltern, Lehrer und Ortsparlamente hatten die Diskussion um ihre Schulen schon vor Monaten geführt.
Auslaufmodelle sind die Grundschulen Weinert in Glauchau (letzte Einschulung 2012), Uhde in Wolkenburg-Kaufungen (2010), Am Wasserturm in Limbach-Oberfrohna (abhängig von Sanierungsende Goetheschule), Geschwister Scholl in Mülsen St. Micheln (2010), die Schulen im Zwickauer Stadtteil Cainsdorf (2010) und im Werdauer Ortsteil Königswalde (2011 geschlossen); des Weiteren die Mittelschulen Waldenburg sowie Lessing (beide 2011 geschlossen) und Gagarin (Schließung 2014) in Zwickau.
Kreisrat Jürgen Blume (Linke) warnte davor, weitere freie Schulen zuzulassen. "Die privaten Schulen sind eine Konkurrenz zu den staatlichen." Das sieht allerdings der Schulnetzplan auch nicht vor. Von 63 Grundschulen im Landkreis werden acht von freien Trägern betrieben.
Zudem sind sieben von 29 Mittelschulen und vier von 14 Gymnasien in nichtsstaatlicher Hand. Lothar Ungerer (SPD, Grüne, Unabhängige Liste) sieht in dem Mix keine Gefahr: "Es sind freie Schulen mit unterschiedlichen Bildungsansätzen, wie Montessori oder Waldorf." Landrat Christoph Scheurer (CDU) akzeptiert freie Schulen als "ergänzende Angebote. Problematisch wird es, wenn sie lediglich geschlossene Schulen ersetzen."
Während für alle Gymnasien ausreichend Schüler prognostiziert werden, sind vier Grund- und eine Mittelschule noch nicht auf der sicheren Seite. Das sächsische Kultusministerium hält sie unter Beobachtung, wie es im offiziellen Sprachgebrauch heißt. Der Landkreis will laut Schulnetzplan auf keine verzichten. Zu den Wackelkandidaten gehört die Bernsdorfer Grundschule. CDU-Bürgermeister und Kreisrat Uwe Bergmann, hatte am Donnerstag nur eine kurze Erklärung parat: "Wenn die Schule weiterhin beobachtet wird, dann ist das halt so. Für mich ist das jetzt kein Thema." Damit erklärte er das Telefonat für beendet.
Gesprächiger ist Kerstin Nicolaus (CDU), Bürgermeisterin in Hartmannsdorf und Kreisrätin: "Unsere Grundschule steht unter Beobachtung, so lange ich denken kann. Bei unseren knapp 1500 Einwohnern haben wir mit 15 Kindern pro Jahrgang schon ein hohes Niveau. Wir erwarten, dass sich künftig mehr Familien mit Kindern im Ort ansiedeln. Deswegen gehe ich davon aus, dass die Grundschule Hartmannsdorf weiterhin nicht in Gefahr ist." Dass die Langweißbacher Schule ihren Beobachtungsstatus verliert, davon ist Verwaltungsleiterin Yvette Kunze überzeugt. Entschieden wird das im Kultusministerium - im Zuge der Genehmigung des Schulnetzplanes, sagte Ministeriumssprecherin Annett Pabst. Niederfrohnas Ortschef Klaus Kertzscher (Freie Wähler) blickt in die Anmeldungsliste: 27 Kinder für das Schuljahr 2012/13. Das reicht. 15 Erstklässler sind gefordert. Im Vorjahr waren es 20, dieses Jahr 23 Erstklässler. Kertzscher setzt auf Zuzüge: Mehrere Baugrundstücke sind ausgewiesen. Werde es doch mal eng, müsste man sich mit Nachbarorten auf gemeinsame Schulbezirke einigen. 2014/15 sei so ein Jahr, in dem gebe es nur elf Erstklässler. (mit bj und ael)


