Georg Liebig hat sich am Dienstag auf den Weg nach Laos gemacht.
Foto: Marcus Richter
Für Zwickauer beginnt ein Abenteuer
Georg Liebig gibt in Laos ein Jahr lang Unterricht - Freiwilligendienst als praktischer Ausgleich zum Studium
Zwickau. Zwickau. Innerhalb des nächsten Jahres wird die Erde 940 Millionen Kilometer zurückgelegt haben. Georg Liebig schafft in der Zeit nur gut 17.000 Kilometer: einmal Laos und zurück. Allerdings wird im September 2011 ein anderer Georg in Zwickau ankommen als die Stadt verlassen hat - die Erde ist hoffentlich noch die alte.
Der Student macht sich am Dienstag auf den Weg nach Südostasien, um dort jungen Leuten Englisch beizubringen und die Arbeit am Computer. Was Praktisches wollte er mal machen, gibt der Volkswirtschaft-Student zu. Sein Studium sei doch relativ realitätsfern, befindet er. Und er möchte Erfahrungen auf einem völlig neuen Gebiet sammeln, erklärt der 23-Jährige zu den Beweggründen, seiner Heimat ein Jahr lang den Rücken zu kehren. Ein zehntägiges Seminar sollte ihn auf seine Aufgabe einstimmen. Wie er geht und wie er wiederkommt, das weiß er trotzdem noch nicht. Der Abschied jedenfalls wird ihm nicht schwer fallen, sagt er. Das fern Sein vielleicht schon. "Mit dem Heimweh gehe ich dann um, wenn es soweit ist", sagt er vor seiner Reise.
Denn während er das Alte hinter sich lässt, wird ihm viel Neues begegnen. Das Leben der Menschen in Südostasien eben, das trotz beeindruckender Landschaft wenig Romantik bereithält. Durch seine Reisen weiß der junge Mann schon, was Armut bedeutet. Sagt er und fügt ein "Hoffe ich", an. Er erwartet, dass er nach einem Jahr eine andere Sicht auf viele Dinge hat. Die Gabe, eine warme Dusche dankbar genießen zu können, nennt er als Beispiel. Auch glaubt er, dass er sich nach seiner Reise erst wieder an das vom Zeitplan diktierten Leben gewöhnen muss.
Gut möglich, dass auch sein Umgang mit Menschen sich verändert. "In Laos hat man viel mehr Respekt vor dem Alter", weiß er. Und man hat auch einen anderen Respekt vor Kindern. "Denen darf man nicht über den Kopf streichen", sagt Georg. Eine Geste, die dem Europäer mehr oder minder im Blut liegt. Doch die Laoten glauben, dort wohnt die Seele - und die soll man in Frieden lassen.
Mit im Gepäck hat Georg Liebig seine Gitarre. Denn der Deutsche kann so viel Englisch-Unterricht geben, wie er will: Die schnellste Verständigung führt sicher über die Musik. Auch kann er den jungen Leuten in Asien damit etwas seiner Lebensweise nahebringen. "Denn wenn jemand wie ich so viel anders aussieht, werden sie sicher auch viele Fragen haben", vermutet er. Die Musik kann helfen, etwas über seine Wurzeln zu erzählen.
Georg Liebig ist kein Entwicklungshelfer. Er ist ein Freiwilliger. Er verdient kein Geld damit und ist eher auf Spenden angewiesen. Im Internet hat er deswegen eine Seite eingerichtet, auf der er über seine Arbeit und seine Erfahrungen in Laos berichtet.


