Schüler der Ernst-Schneller-Grundschule in Kirchberg freuen sich gemeinsam mit Schulleiterin Isa Lodemann über das Ende der Komplettsanierung. Die Schule und der zum Mehrzweckgebäude umgebaute alte Speisesaal bieten jetzt auch als Gebäude-Ensemble ein freundliches Bild.
Foto: Marcus Richter
Handwerker packen Werkzeug ein und Schüler die Noten aus
Knarrende Dielen, quietschende Türen und bröckelnder Putz gehören in Ernst-Schneller-Grundschule der Vergangenheit an
Kirchberg. Als Anne Axmann aus Kirchberg für ein Ständchen in die Tasten ihres Akkordeons griff, lief die flotte Weise beinah flüssig aus dem Ziehkästel. Beinah. Ein bisschen ärgerte sich die Zehnjährige: "Ich hatte vergessen, die untere Halterung aufzumachen." Aber keiner hatte das kleine Malheur bemerkt. Schon gar nicht die Bauleute, die seit 2009 selbst das eine oder andere Problemchen bei der Sanierung der Schnellerschule zu lösen hatten.
Das Programm der Grundschüler war der Auftakt zu einem kleinen Festakt, bei dem Schüler, Lehrer, Stadt, Projektanten und Bauleute den Abschluss der Komplettsanierung an der Schule feierten. Mit dem 200.000 Euro teuren Umbau des alten Speisesaals zu einem Mehrzweckgebäude hat das Mammutprojekt der Kirchberger nach rund zweieinhalb Jahren ein Ende gefunden. Rund 2,2 Millionen Euro hat die Sanierung verschlungen. Dem war ein jahrelanges Tauziehen um Fördermittel und die Finanzierung insgesamt vorausgegangen.
Im Sommer 2009 begann das Baugeschehen. Schulklassen mussten für den Unterricht ins Hinterhaus ausweichen, lärmintensive Arbeiten liefen nach Ende des Unterrichts oder in den Ferien.
Das Schulhaus wurde völlig umgekrempelt: Fenster, Türen, Elektrik, Heizung, Foyer, sogar eine neue Eingangstreppe bekam das Gebäude. Im Innern musste die Statik durch den Einbau zusätzlicher Stahlträger verbessert werden. Auch die Sanitärbereiche wurden völlig erneuert und das Gebäude trockengelegt. Der alte DDR-typische Speisesaal war zum Schluss dran. Aus dem wurde per Totalumbau ein Mehrzweckgebäude mit kleiner Küche, Mehrzweckraum, Speisesaal, Lager, neuem Dach, Fenstern und Türen, Elektro- und Wasserinstallation sowie zwei Zugängen mit Treppen.
Schulleiterin Isa Lodemann ist mit dem Haus rundum zufrieden: "Sogar die Turnhalle ist fertiggeworden, das war eine Zugabe." Noch Anfang 2011 waren alle überzeugt, dass das Geld für die Erneuerung der Turnhalle nicht reicht. Geplant war das auch nicht. Dann kratzte die Stadt nochmal 285.000 Euro, zum Teil aus dem Konjunkturpaket zusammen. Bürgermeister Wolfgang Becher (Freie Wähler) ist froh: "Es war ein Kraftakt, aber der hat sich wirklich gelohnt."


