Hartmannsdorf: Pachtvertrag macht Angeln wasserdicht
Fischereipachtvertrag gibt mehr Rechtssicherheit beim Kampf gegen Schwarzangeln im Rödelbach
Hartmannsdorf. Der Hartmannsdorfer Gemeinderat hat jetzt einen Fischereipachtvertrag zwischen dem Anglerverband Südsachsen Mulde/Elster und der Gemeinde zuabgeschlossen. Der soll helfen, das Schwarzangeln im Rödelbach einzudämmen.
Im Rödelbach, der als Gewässer 2. Ordnung der Kommune untersteht, hatten sich Schwarzangler immer wieder mit abenteuerlichen Fangmethoden am Bestand an Bachforellen bedient. Das wertet Justitia als Fischwilderei - nach Paragraf 293 des Strafgesetzbuches gibt es dafür Haftstrafen bis zu zwei Jahre oder Geldstrafe. Uwe Bochmann, langjähriger Mitarbeiter des Anglerverbandes machte damals sogar deutlich: "Wer derart gefangenen Fisch kauft, kann sogar wegen Hehlerei nach Paragraf 259 belangt werden."
Der Gemeinderat suchte Hilfe beim Anglerverband Südsachsen Mulde/Elster, unter dessen Dach sich rund 11.000 Angler in 187 Vereine zusammenfinden. Verbandschef Mike Uhlemann sieht in dem Fischereipachtvertrag den richtigen Weg: "Damit sind auch die Kontrollen durch die staatliche Fischereiaufsicht und die Kontrolleure des Verbandes rechtlich abgesichert." Bisher hatte es nur gelegentliche Überprüfungen durch den Wilkau-Haßlauer Anglerverein gegeben. Die Hege des Rödelbaches im Bereich der Ortslage Hartmannsdorf hat jetzt aber der Anglerverein Zwickau-Mitte übernommen.
Mike Uhlemann: "Wenn der Vertrag von unserem Verbandspräsidenten unterschrieben und bei der sächsischen Fischereibehörde registriert ist, bekommt der Rödelbach noch ein Schild als ausgewiesenes Angelgewässer. Dann gibt es keine Ausreden mehr." Angler, die dann ohne Fischereischein erwischt werden, müssen die Konsequenzen tragen. "Darauf muss man es ja nicht ankommen lassen", sagt Uhlemann. Der Anglerverband bietet jedem die Chance, eine Ausbildung zum Erlangen des Fischereischeines zu absolvieren. "Ich kann mir auch nicht einfach eine Flinte kaufen und losziehen, weil hinter meinem Haus ein Stück Wald ist. Man lernt, was beim Angeln erlaubt ist und was nicht, außerdem, wie man mit dem Fisch richtig umgeht. Es ist schließlich ein Lebewesen", sagt der Anglerverbandschef und verweist auf den Ehrenkodex des DAV.

