Die beiden Heiligenbilder erhielten links und rechts neben dem Haupteingang des Gotteshauses ihren neuen Platz.
Foto: Thomas Michel
Heiligenbilder zieren wieder Kirchenschiff
Zwei Relikte kehren in Crimmitschauer Stadtkirche zurück
Crimmitschau. Zwei Mosaikbilder, vermutlich mehr als 100 Jahre alt, schmücken wieder die Halle der Laurentiuskirche im Zentrum von Crimmitschau. Entdeckt wurden die als verschollen geglaubten Relikte durch Zufall von einem Mitglied des Kirchenvorstandes bei Aufräumarbeiten auf dem Boden des Gotteshauses. "Die beiden Mosaikarbeiten waren noch in einem relativ guten Zustand. Dadurch konnten wir uns eine kostspielige Restaurierung der Kunstwerke sparen", sagt Kantor Matthias Schubert.
Wo sich der ursprüngliche Platz der zirka 50 mal 50 Zentimeter großen Bilder einst in dem Gotteshaus befand, lässt sich heute nicht mehr exakt nachvollziehen. "1896 erfolgte eine Generalrenovierung der Kirche. Vermutlich erhielten die Bilder zu der Zeit ihren Platz neben der Kanzel und hingen dort bis zum Umbau des Hauses vor 40 Jahren", sagt Schubert. Zwischen 1974 und 1978 wurde der Chorraum getrennt und eine Zwischenwand eingezogen. Dabei verschwand die jahrhundertealte Kanzel mit dem Schalldeckel, neben der die Bilder ihren Platz hatten. An der Stelle, an der einst die Kanzel ihren Platz hatte und der Pfarrer die Sonntagspredigt hielt, wurde ein neuer Platz für die Andacht geschaffen. Ein spätmittelalterlicher Marienaltar, der zuvor in der Kirche in Berzdorf (Lausitz) stand, wurde in die Laurentiuskirche umgesetzt. "Vermutlich passten die Heiligenbilder von Moses und Johannes nicht mehr in die Gesamtansicht und wurden deshalb eingelagert", sagt Schubert.
Die beiden Bilder erhielten in der Kirche einen neuen Standort. Die Wahl fiel auf den Eingangsbereich des Gotteshauses, wo Moses und Johannes ihren Platz neben der Tür erhielten. "Dort passen sie optisch am besten hin und bilden mit der Empore und der neuen Orgel sowie dem aufgearbeiteten historischen Prospekt eine Einheit", sagt der Kantor. In den nächsten Tagen sollen die Mosaikbilder noch mit Zweigen aus Metall verziert und damit optisch aufgewertet werden. Die Arbeiten übernimmt Roland Arlt. Der ortsansässige Schmiedemeister und zugleich Mitglied des Kirchenvorstandes schuf bereits die Metallrahmen für die Mosaikbilder.
Zu den nächsten Vorhaben, die die Gemeinde in Angriff nehmen will, gehört die Restaurierung der mehrere Meter hohen Bleiglasfenster im Schiff der Kirche. "Einige Scheiben klappern und werden teilweise mit durchsichtigem Klebeband in der Fassung gehalten. Ein Zustand, der nicht länger haltbar ist", sagt Schubert.

