Enten Plantschen, gucken, schlafen: Dank einer Webcam können Neugierige jetzt den Wildenten direkt ins Wohnzimmer schauen.

Foto: Freie Presse (Screenshot)

Internet-Kamera zeigt Wildenten-Wohnzimmer

Am Aufwachsen der Wildenten in Hartenstein kann jetzt die ganze Welt teilhaben

Hartenstein. Das Rückwärtszählen bis zum Start hat begonnen: Innerhalb von nur zwei Wochen sind die Wildenten von Frank Löscher tüchtig gewachsen. Das zeigen Bilder im Internet.

Der Ziehvater hat jetzt eine Kamera installiert, die einen Eindruck in den Enten-Alltag in Hartenstein gibt: plantschen, gucken, schlafen. Und wenn das Wetter günstig ist, lockt am Abend noch ein Spaziergang im Watschelschritt über die benachbarten Felder und zum nahe gelegenen Teich - oft auch hinter dem fliegenden Fahrrad ihres Ziehvaters her. Nicht mehr lange, dann soll das ungewöhnliche Gespann zusammen abheben.

Entensicheres Fluggerät

Dafür tüftelt der 48-Jährige an seinem Motorgleitschirm. Denn der Propeller könnte den Enten gefährlich werden, wenn sie hinterdrein fliegen. Ein darüber gespanntes Netz soll die Tiere vor einem Unfall schützen. Für Ende des Monats visiert der Hartensteiner den ersten Start an. "Wenn die Enten möchten und für meinen Motorgleitschirm geeignetes Flugwetter ist", sagt er Ungeduldigen. Denn nach dem Bericht der "Freien Presse" schrillte das Telefon fast ununterbrochen. Sogar das Fernsehen war da.

Die Tiere kümmert der Trubel wenig. Sie fressen, schnattern, wachsen und wagen erste Flatterversuche. "Sie versuchen es schon, aber die Federn sind noch nicht soweit ausgebildet, dass es mit dem Fliegen klappt", sagt der Enten-Papa auf Zeit. Inzwischen hat er die knapp anderthalb Monate alten Stockenten beringen lassen und ihnen vorläufige Namen gegeben. Denn wirklich unterscheiden, ob es sich um Männlein oder Weiblein handelt, kann er erst nach der zweiten Mauser. Bruno könnte sich also noch zur Brunhilde wandeln, scherzt Löscher.

Tüftler erfüllt sich Traum

Mit der Entenaufzucht versucht sich das Mitglied des im Ort ansässigen Drachenfliegerclubs, einen Traum zu erfüllen: Frank Löscher möchte mit Wildenten segeln. So ähnlich, wie es im bekannten Film "Amy und die Wildgänse" zu sehen ist - nur eben mit Stockenten. '

Ende Juni schlüpften die sechs Küken aus Eiern in einem Brutkasten, den er auf dem Schreibtisch seines Geschäftes aufgestellt hatte und nicht aus den Augen ließ. Die Enten sahen den Gleitschirmpilot als erstes, als sie aus der Eierschale blickten. Deshalb sind die Tiere auf ihn geprägt und folgen ihm. Sogar, wenn er in die Pedale seines fliegenden Fahrrads tritt, einem sogenannten Flyke.

Die Eier besorgte sich der Unternehmer übers Internet. Wenn die Tiere ausgewachsen sind, sollen sie allein durch die Lüfte segeln. Da es Wildtiere sind, plant Frank Löscher sie auszuwildern.

Mehr Informationen unter www.loescher.com

 
erschienen am 10.08.2011 ( Von Nicole Jähn )
 
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