Mal gucken, was die Arbeiter machen: Marina Weiß, die Leiterin der Tagesstätte "Rosengarten", sah am Dienstag mit einigen Kindern an der Baustelle vorbei. Der Kindergarten bekommt gerade ein neues Dach.
Foto: Marcus Richter
Kinder überlassen ihr Haus den Bauarbeitern
In der Tagesstätte "Rosengarten" wird zum dritten Mal in zwei Jahren gebaut
Wilkau-Hasslau. Die Hoffnung hat Marina Weiß noch nicht aufgegeben: "Vielleicht gibt es ja eine gute Fee, damit wir nur noch diesmal die Kisten packen müssen", sagt die Leiterin des Wilkau-Haßlauer Montessori-Kinderhauses "Rosengarten" zu den Kindern der Tagesstätte, als sie die Umzugskisten bestückt. Realistisch ist es allerdings nicht, dass ihr Wunsch in Erfüllung geht. Es sind noch einige Renovierungsarbeiten mehr an dem Gebäude gleich neben dem Hort der Dittes-Grundschule nötig, als in den kommenden Wochen erledigt werden können. Jetzt bekommt die Einrichtung ein neues Dach, rund 120.000 Euro kostet das. Schon im März hatte Bürgermeister Stefan Feustel (CDU) jedoch angekündigt, dass noch mehr gemacht werden muss - aber nicht jetzt, weil dafür das Geld fehlt. Für Kinder und Erzieher der Tagesstätte "Rosengarten" ist es dabei in knapp zwei Jahren der dritte Umzug.
Das neue Dach indes muss noch fertig werden, bevor die kalte Jahreszeit beginnt. Im jüngsten Winter nämlich gab es nach: Als Marina Weiß nach den Weihnachtsfeiertagen nach dem Rechten sehen wollte, stand das Wasser knöchelhoch in ihrem Büro. Am nächsten Tag räumte das gesamte Team des Kinderhauses Möbel, Betten, Spielzeug und andere Dinge aus dem gesperrten Gebäude, damit sie keinen zu großen Schaden nehmen.
Bis die Bauarbeiten beendet sein werden, sind die Kinder der Tagesstätte in unmittelbarer Nähe untergebracht - in Räumen über der Apotheke, die nur etwas mehr als hundert Meter weit entfernt ist. Während das Kistenpacken belastend war, fiel zumindest das Kistenschleppen nicht so anstrengend aus.
Die 120.000 Euro, die das Dach und einige andere dringende Sanierungsarbeiten kosten, bezahlt zu einem großen Teil der Freistaat. Die Stadt verwendet die Investitionspauschale, die sie vom Land bekommt, für die Maßnahme. Der Rest fließt über ein Förderprogramm, 7000 Euro muss Wilkau-Haßlau selbst aufbringen. (mit kit)


