Im März beginnt die Sanierung des Kornhaus-Dachstuhls. Giebel und Tragwerk werden instandgesetzt, im Juli rücken die Dachdecker an.
Foto: Ralph Köhler
Kornhaus: Ende des Jahres regnet es nicht mehr rein
Gebäude ist stabilisiert - Ab März sanieren Bauarbeiter historischen Dachstuhl
Zwickau. Ob es nicht ungünstig gewesen sei, in den vergangenen Monaten die vielen Zwischendecken im Inneren des Kornhauses einzuziehen, obwohl das Dach noch gar nicht gedeckt ist, hat ein Zwickauer am Dienstagabend zur Einwohnerversammlung für die Innenstadt im Rathaus wissen wollen. Es regne ja schließlich noch rein, Wände und Decken würden nass.
Kein Problem, antwortete Architekt Dirk Georgi, der vor einigen Jahren schon als Bauleiter an der Rettung von Schloss Osterstein beteiligt war: Den Betondecken, die zur Stabilisierung und Sicherung des knapp 530 Jahre alten ehemaligen Getreidespeichers eingezogen wurden, schade der Regen überhaupt nicht. Weil das Haus offen ist, wird es bestens gelüftet.
Dachdecker kommen im Juli
Im nächsten Bauabschnitt machen sich die Arbeiter nun aber tatsächlich daran, das Dach zu sanieren. Im Frühjahr geht es los: Der Giebel wird aufgemauert, das Dachtragwerk saniert. Ab Juli, sagt Georgi, wird das Dach gedeckt. Im Spätherbst sollen die Arbeiten beendet und das Dach dicht sein. Kosten für den diesjährigen Bauabschnitt: rund zwei Millionen Euro. Freistaat und Bund hatten bereits im Herbst Fördermittel genehmigt. "Der spätmittelalterliche Dachstuhl ist es, der das Gebäude erhaltenswert und so einmalig macht", sagt der Architekt.
Obwohl die Dachsanierung noch nicht einmal begonnen hat, laufen bereits die Vorbereitungen für den Innenausbau. "Die Fördermittelanträge für die Arbeiten von 2013 werden gerade vorbereitet", sagt Dirk Georgi. Reichlich zwei Millionen Euro werden laut Stadt im nächsten Jahr gebraucht, 2014 dann nochmal rund 1,6 Millionen Euro.
Glaswand gibt Blick frei
Am Ende der Sanierung soll die Stadtbibliothek ins Kornhaus einziehen. 3100 Quadratmeter werden für Lesesäle, Regale, Vortrags- und Rechercheräume zur Verfügung stehen. Zur Einwohnerversammlung am Dienstag gab Dirk Georgi einen ersten Einblick, wie es innen einmal aussehen soll: ein heller, offener Eingangsbereich, Kinderbibliothek und Spielecke im Erdgeschoss, Regale voller Belletristik sowie ein Lese- und Vortragssaal in der ersten Etage, weitere Regale in einem Zwischengeschoss und schließlich Räume mit Fachbüchern sowie Büros im zweiten Obergeschoss. "Der Dachstuhl wird zugänglich sein", sagt Dirk Georgi, geführte Touren sollen angeboten und die Besucher über begehbare Revisionsgänge gelotst werden. Zudem werde es immer möglich sein, einen Blick auf den wertvollen Dachstuhl zu werfen - durch eine Glaswand, die eingebaut werde.


