Im neuen Umspannwerk Freiberg-Nord haben die Monteure der Ebehako elf Schaltfelder gebaut. Hier werden 110.000 Volt weiterverteilt. Die Anlage ist vor allem für das Freiberger Gewerbegebiet von Bedeutung, wo sich das Zentrum der sächsischen Solarindustrie befindet.
Foto: Frank Hammermüller
Mit Ebehako geht der Region ein Licht auf
Mit dem 1,4 Millionen Euro teuren Projekt haben Starkstromanlagenbauer ihren größten Auftrag erledigt
Zwickau. Fast ein Jahr lang haben bis zu zehn Monteure der Firma Ebehako Zwickau beim Bau des Umspannwerkes Freiberg-Nord in der Gemeinde Oberschöna mitgeschraubt. "Wir mussten für die Envia 13 Schaltfelder errichten", sagt Projektleiter Michael Braun. Wegen des sprunghaften Anstiegs des Energiebedarfs im Landkreis Mittelsachsen investierte der Energieversorger 19 Millionen Euro und ließ eines der größten Umspannwerke im Freistaat bauen. Ohne diese Anlage wären beispielsweise auch die Produktionsstätten im Zentrum der sächsischen Solarindustrie, den Freiberger Gewerbegebieten, früher oder später an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen.
Jetzt übertragen dort Sammelschienen, Trenner und Leistungsschalter, die von Ebehako errichtet wurden, die 110.000 Volt auf die verschiedenen Abgänge. Mit 1,4 Millionen Euro Wertumfang gehörte der Freiberger Auftrag zu den größeren der Ebehako in diesem Jahr. Dass sich der Bauherr, der Netzbetreiber EnviaM, für die Zwickauer "Starkstromer" entschied, das macht Betriebsleiter Jens Gräbner auch stolz. "Wir haben uns als verlässlicher Partner über viele Jahre hinweg einen Namen gemacht", sagt er.
Die Zeiten, da beim volkseigenen Elektroanlagenbau 560 Leute gearbeitet haben, sind allerdings seit der Wende und der damit verbundenen Reprivatisierung vorbei. Der Betrieb am Fuchsgraben, dessen Geschäftsführung in Berlin sitzt, zählt heute rund 100 Mitarbeiter. Davon sind etwa 65 als Monteure beschäftigt, die deutschlandweit auf Baustellen unterwegs sind. "Die Montagearbeit ist aber nicht jedermanns Geschmack", bedauert Gräbner. Das Unternehmen, das im vergangenen Jahr rund 11 Millionen Euro Jahresumsatz verbuchte, sucht Leute: Kabel- und Elektromonteure, Schaltschrankbauer. Die Firma zieht sich ihren Nachwuchs selbst heran, stellt jährlich zwei Lehrlinge - mit guten Chancen auf Übernahme - ein. Doch die Ausbildungsplätze für Industrieelektriker und Elektroniker für Betriebstechnik konnte der Betrieb diesmal nur schwer besetzen. Gräbner kann dafür keine Gründe finden. Denn die Jobs sind interessant und abwechslungsreich: Energieversorgungsanlagen für die Industrie, Umspannwerke, Umrichter und Schaltposten für die Deutsche Bahn, Schaltanlagen, Trafostationen, auch Kabelanlagen bis 30.000 Volt sowie Blindstrom-Kompensationsanlagen baut die Ebehako. Das Unternehmen kann dabei außerdem auf eine eigene Schaltschrankproduktion zurückgreifen und ist ebenso im Bereich der Netzanalytik tätig. "Bei uns herrscht zudem ein harmonisches, fast familiäres Betriebsklima", schätzt Gräbner ein. "Wir haben kaum Fluktuation. Wir haben Meister, die sind 35 Jahre und länger dabei."
Am Hauptgeschäftsfeld, das die Herren Jansen, Heidler, Knobloch und Wangemann mit der Firmengründung im Jahr 1922 als Elektrobau- und Handels-Kommanditgesellschaft für sich entdeckt hatten, halten die Zwickauer seit fast 90 Jahren fest. Nach wie vor ist der Starkstromanlagenbau das vorrangige Metier, wobei sich die Technik freilich rasant entwickelt hat. Zu den Millionen-Objekten der vergangenen drei Jahre zählen die rekonstruierten Umspannwerke in Geltow, Wismar, Bansin und Neuhof sowie die neu gebauten in Freiberg-Nord, Lützschena und das im Bau befindliche in Zwenkau.


