Kein Einzelfall: So wie auf der Sternenstraße reiht sich derzeit vielerorts in Zwickau Schlagloch an Schlagloch.
Foto: Marcus Richter
Nach dem Winter wird's richtig teuer
Tiefbauamt: Flicken der Schlaglöcher kostet voraussichtlich über eine Million Euro - So viel Geld war nicht geplant
Zwickau. Zwickau. Der Winter kommt die Stadt teuer zu stehen. Alle Löcher zu stopfen, die auf den Straßen entstanden sind, wird "mehr als eine Million Euro" kosten, sagt Tiefbauamtsleiter Thomas Pühn. Das Problem: So viel Geld ist gar nicht eingeplant. Für die gesamte Straßenunterhaltung in diesem Jahr stehen im Verwaltungshaushalt gerade einmal 295.000 Euro zur Verfügung. Bund, Land und Kreis überweisen zwar pauschal rund 1,37 Millionen Euro. Davon müssen dann aber nicht nur Schlaglöcher geflickt, sondern auch der Asphalt gereinigt, die Strecken kontrolliert, Stützmauern gebaut und selbst die Grünflächen neben der Straße gepflegt werden - so dass Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) zu dem Schluss kommt, dass das Geld nicht reichen wird.
Zurzeit prüft die Verwaltung deshalb laut Rathaussprecherin Heike Reinke, woher weitere Mittel kommen könnten, um der Winterschäden Herr zu werden. Ziel ist, ab April die Schlaglöcher zu verfüllen. Bei der Landesdirektion habe die Stadt Förderanträge eingereicht, so Thomas Pühn. Je nachdem, wie die Chemnitzer Behörde diese bescheidet, würden die Straßen mehr oder weniger gut in Stand gesetzt.
Außer Zweifel steht indes laut einer Auskunft der Stadtverwaltung, dass es das ganze Jahr dauern wird, die Straßen zu reparieren. Weil viele von ihnen noch nicht grundhaft erneuert wurden, sei der Zustand schlecht, immer wieder träten neue Schäden auf. "Auch ohne den harten Winter wären die Straßen in keinem guten Zustand", sagt Findeiß.
Trotzdem: "Es ist richtig, dass sich aufgrund des lang anhaltenden und strengen Winters die Fahrbahnschäden als besonders groß darstellen", lässt das städtische Tiefbauamt über Rathaussprecherin Heike Reinke ausrichten. Im Vorjahr sei das auch schon so gewesen, auch da machten Schnee und Eiseskälte den Autofahrern bis in den März hinein zu schaffen. Auf die Frage, wo in der Stadt aktuell die größten Löcher klaffen, weiß die Verwaltung dann auch gleich gar nicht, wo sie anfangen soll. "Die Liste der stark geschädigten Straßen ist lang", sagt Reinke und nennt beispielhaft B 93, Scheffelstraße, Oskar-Arnold-Straße und Salutstraße.
Zurzeit macht die Kälte den Bauhofmitarbeitern einen Strich durch die Rechnung. Weil die Asphaltmischanlagen noch nicht in Betrieb sind, können sie nur so genanntes Kaltmischgut verfüllen. Das ist laut Reinke aber nur ein Provisorium.


