Die neue Brücke soll sich als schlankes Bauwerk der Burg Stein unterordnen.
Foto: Jäger & Bothe Ingenieurgesellschaft Chemnitz
Neue Muldenbrücke kommt erst nächstes Jahr
Untersuchungen zur Umweltverträglichkeit sorgen für Verzögerung - Landratsamt rechnet mit Baurecht nicht vor Ende 2010
Hartenstein. Hartenstein. Die Forderung nach einer Umweltverträglichkeitsprüfung hat der Brücke über die Zwickauer Mulde in der Hartensteiner Ortslage Stein noch eine Gnadenfrist beschert. "Seitens des Landkreises waren die baurechtlichen Voraussetzungen im Wesentlichen geklärt", teilt Behördensprecherin Ilona Schilk auf Anfrage mit. Eigentlich sollte die Brücke dieses Jahr gebaut werden. Aber die Landesdirektion Chemnitz fordert noch eine Umweltverträglichkeitsprüfung. "Solch eine Forderung wurde bisher bei ähnlichen Vorhaben nicht gestellt", so Sprecherin Schilk.
Voraussichtlich Ende Mai sollen die Ergebnisse der umweltfachspezifischen Untersuchungen vorliegen. Nach Einschätzung des Amtes für Straßenbau ist nicht vor Ende des Jahres mit dem Baurecht zu rechnen, so dass die Brücke nächstes Jahr errichtet werden kann.
"Die Planer haben sich vorgenommen, eine schlanke Brücke zu bauen, die optisch stets der Silhouette der Burg Stein den Vorrang lässt und den denkmalpflegerischen Aspekten entgegenkommt", erläutert Ilona Schilk. Die Kostenschätzungen für das Vorhaben belaufen sich laut Landratsamt auf 1,6 Millionen Euro. Der Landkreis Zwickau rechnet mit einer 75-prozentigen Förderung nach dem so genannten Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz. Die neue Brücke soll etwa zehn Meter flussabwärts von der bisherigen entstehen.
Erforderlich wird der Neubau, weil sich die vorhandene Brücke über die Zwickauer Mulde in einem desolaten Zustand befindet. Sowohl die Fahrbahnbreite als auch die Brückenkonstruktion würden eine Sanierung ausschließen.
In Hartenstein freut man sich über den geplanten Neubau. "Die neue, 42 Meter lange Spannbetonbrücke wird für ein völlig neues Bild sorgen. Schließlich hat die bisherige einen Mittelfuß in der Mulde", sagt Bürgermeister Andreas Steiner (parteilos). "Außerdem wird mit der Inbetriebnahme der Brücke dann die Kurve zur Langenbacher Straße hin entschärft. Ein weiterer Vorteil: Das neue Bauwerk wird breiter als das bisherige, 3,50 Meter pro Spur. Hinzu kommt noch der Fußweg."
Wichtig für Einwohner und Touristen der Schlossstadt ist außerdem, dass die alte Brücke so lange stehen bleibt, bis das neue Bauwerk fertig gestellt ist. So soll es zu keiner Vollsperrung kommen. Schließlich befinden sich sowohl in der Burg Stein als auch im "Schloss Wolfsbrunn" Trauzimmer. Und die Verliebten wollen natürlich mit ihren Gästen auf kürzestem Weg zu den beiden Standesämtern.


