Polizei erhält nun doch mehr Platz
Mehrbedarf von Finanzamt macht Zusatz-Neubau nötig
Zwickau. Zwickau. Mit dem ab 2011 geplanten grundlegenden Um- und Ausbau des Sitzes der Polizeidirektion Südwestsachsen zwischen Lessing- und Kolpingstraße dürften die Beamten nun doch bedeutend mehr Bürofläche bekommen als zurzeit. Belegt die Polizei im Gebäude Lessingstraße 17 zurzeit 135 Büroräume mit rund 2540 Quadratmetern Nutzfläche, sollen es nach Ende der Bauarbeiten voraussichtlich im Jahr 2012 insgesamt 217 Büroräume mit rund 3660 Quadratmetern Fläche sein. Das hat Katja Weber, Pressesprecherin des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement, jetzt auf Anfrage mitgeteilt.
Noch vor rund einem halben Jahr hatte die Perspektive für die Ordnungshüter weit düsterer ausgesehen. Frieder Fischer vom Kreisverband Südwestsachsen der Gewerkschaft der Polizei, hatte seinerzeit kritisiert, die Umbauplanungen ließen den Platzbedarf für moderne Polizeiarbeit völlig außer Acht. Fischer räumt ein, dass der Freistaat mit dem jetzigen Planungsstand dem Interesse der Kollegen entgegenkomme - allerdings aus schlechtem Grund: "Unsere Forderungen haben da gar nichts bewirkt. Ausschlaggebend war die Tatsache, dass das Finanzamt für ein Gebäude, das es sich mit der Polizei teilen sollte, nun mehr Platzbedarf angemeldet hat", so Fischer.
Katja Weber bestätigt dies: "Die Etagen 2 und 3 des Kopfbaus Nord, die nun vom Finanzamt Zwickau genutzt werden, verfügen über circa 600 Quadratmeter Nutzfläche." Das ist etwa der Mehrbedarf des Finanzamtes - vorwiegend zur Unterbringung von Akten. Als Ersatz für diese Flächen, so Weber weiter, sei nun für die Polizeidirektion ein weiterer Anbau geplant. Im Bereich des Anbaus waren vorher nur Carports vorgesehen. An dieser Stelle entstehe nun ein Gebäuderiegel über drei Etagen, das ebenerdige Geschoss wird zum Garagentrakt.
Fischer zufolge fehlen im Raumkonzept aber weiterhin groß dimensionierte Besprechungsräume für besondere Einsatzlagen - ebenso wie für besondere Situationen. Er meint zum Beispiel einen wohnlich eingerichteten Raum, in dem etwa das Opfer eines Sexualdelikts erst einmal Zuflucht findet und der nur für solche Zwecke bestimmt ist. Zurzeit und wohl auch künftig gibt es dafür nur normale Büroräume - mit Neonlicht und sterilem Mobiliar.


