An der Münzstraße wird bald wieder gekocht. Um die Räume im Obergeschoss geht es derweil noch in einem Verfahren.
Foto: Marcus Richter/Archiv
Restaurant zieht in Problemhaus an der Münzstraße ein
Gebäude kam vor einem Jahr wegen Schadstoffen ins Gerede
Zwickau. Dreckige Wäsche ist seit Jahren nicht mehr in dem Zweigeschosser an der Münzstraße 3 gewaschen worden. Die Tage, an denen unweit des Robert-Schumann-Hauses eine chemische Reinigung untergebracht war, sind längst gezählt. Und trotzdem stecken Stoffe wie das Lösungsmittel Trichlorethen und der Weichmacher Tetrachlorethen noch in den Wänden, wie Untersuchungen gezeigt haben. Das Bauordnungsamt der Stadt Zwickau hat vor einem Jahr untersagt, das Gebäude zu nutzen, weil von den Stoffen Gefahren für die Gesundheit ausgehen. Jetzt soll alles in Ordnung und die Luft rein sein, sagt der Zwickauer Bauunternehmer Kurt Fliegerbauer.
Behörde setzt auf Untersuchung
Fliegerbauer gehört das Haus zwar nicht, aber er vertritt die Eigentümer. Das war so, als das Gebäude im vergangenen Jahr noch seiner Frau Veronika gehörte. Und das ist auch jetzt so, da es an eine Immobilienfirma namens Zwickau Property Management übergegangen ist. Eine Be- und Entlüftungsanlage ist eingebaut worden. Sechs Mal pro Stunde wird die Innenluft durch welche von außen ersetzt. "Im Haus ist jetzt immer frische Luft", sagt Fliegerbauer. Und obwohl ihm das Bautzener Oberverwaltungsgericht bereits Ende vorigen Jahres zustimmte und die Nutzung von Keller- und Erdgeschossräumen erlaubte, ist die ganze Sache mit den Schadstoffen noch nicht ausgestanden. Die Landesdirektion in Chemnitz beschäftigt sich momentan mit dem Gebäude.
Es geht um die Räume im Obergeschoss. Die Hauseigentümer wollen dort vier Wohnungen für Senioren einrichten, die Stadt hat das Anfang des Jahres abgelehnt. Damit dürften nur Büros entstehen, doch Fliegerbauer und denen, die er vertritt, reicht das nicht. Sie sagen, dass durch die Lüftungsanlage nichts mehr dagegen spricht, dass in dem Haus Menschen wohnen. Weil die Stadt das anders sieht, muss die Landesdirektion vermitteln. In welche Richtung sie tendiert, lässt Sprecherin Anja Werler auf Anfrage noch nicht durchblicken. "Der Umfang der konkreten Schadstoffbelastung" müsse noch ermittelt werden und sei "Gegenstand des laufenden Verfahrens". Das Landratsamt habe bereits eine Untersuchung veranlasst. Anhand der Ergebnisse soll geklärt werden, ob die Lüftungsanlage ausreicht oder ob eine umfangreiche Sanierung nötig ist.
Nutzung als Gaststätte erlaubt
Für das griechische Restaurant hat diese Entscheidung zunächst keine Auswirkungen. "Die Räume im Erdgeschoss dürfen wir nutzen, wir haben eine Baugenehmigung für Gaststätte und Büros", sagt Kurt Fliegerbauer. Im Moment laufen Bauarbeiten in den Restauranträumen.
Bis Ende Mai 2011 war in den gleichen Räumen der Edelitaliener "Da Giuseppe" untergebracht. Er zog aus, als die Stadt die Nutzung des Gebäudes untersagte, und wechselte in die Villa Penzler.

