Es bedarf keines Lasters, damit es auf dem Rotdornweg zu eng wird: Bis auf einige Ausweichstellen passen auf der zum Teil nur 3,09 Meter breiten Straße keine zwei Autos aneinander vorbei. In der Vergangenheit kam es immer wieder zu Streit zwischen Autofahrern. Nun soll der Stadtrat eine Lösung finden.
Foto: Marcus Richter
Rotdornweg beschäftigt jetzt den Stadtrat
Wilkau-Haßlauer Bürgermeister will endgültige Entscheidung für die schmale Straße herbeiführen - Rathauschef wird höchst selbst angehupt
Wilkau-Haßlau.
Wilkau-Haßlau. Der Rotdornweg am Rande des Sandbergs sorgt weiter für Gesprächsstoff und beschäftigt demnächst sogar den Wilkau-Haßlauer Stadtrat. Weil die wenige hundert Meter lange Straße, die das Gewerbegebiet Am Schmelzbach mit dem Wohngebiet am Albert-Schweitzer-Ring verbindet, stellenweise nur 3,09 Meter breit ist und somit keine zwei Autos aneinander vorbeipassen, ist es in der Vergangenheit immer wieder zu Streitigkeiten zwischen Autofahrern gekommen.
Einen Beschluss des Technischen Ausschusses der Stadt von Mitte Juni, eine Einbahnstraßenregelung in Richtung Gewerbegebiet zu treffen, setzte Bürgermeister Stefan Feustel (CDU) Ende Juni im Stadtrat erst außer Kraft, bevor der Technische Ausschuss ihn Anfang Juli schließlich wieder aufhob. Damit ist die Debatte zurück am Anfang angelangt.
Derweil: Stefan Feustel will dem Technischen Ausschuss in dessen September-Sitzung eine Lösung für das Problem vorstellen. Er spricht von einem "begrenzten Ausbau". Zu erwarten ist also, dass die Straße etwas verbreitert wird. Im Moment gibt es lediglich einige Ausweichstellen, die breit genug für zwei Fahrzeuge sind. Begegnen sich Autofahrer an anderen Punkten oder nehmen nicht aufeinander Rücksicht, muss eines der Fahrzeuge auf den Fußweg oder einen schmalen Schotter-Seitenstreifen ausweichen.
Ob es soweit kommt, hängt vom Votum der Stadträte ab. Hatte sich bisher der Technische Ausschuss mit Beschwerden von Anwohnern und Geschichten von Zank-geplagten Autofahrern beschäftigt, schlug Bürgermeister Feustel jetzt vor, das Thema ein für alle Mal im Stadtrat zu klären. "Und die Entscheidung, die dort getroffen wird, setzen wir dann auch konsequent um", sagte er im jüngsten Technischen Ausschuss. Bei dessen Mitgliedern - eh schon die Hälfte des Stadtrates - erntete er dafür Zustimmung.
Der Ausgangspunkt für allen Rotdornweg-Zoff liegt Jahre zurück. 1993 war die Strecke als Fuß- und Radweg angelegt, einige Zeit später aber für den Verkehr freigegeben worden. Von den gegenwärtigen Zuständen erfuhr Bürgermeister Feustel jüngst am eigenen Leib: In einem Auto der Stadt ließ er sich den Weg entlang fahren. "Wir fuhren die erlaubten 30 Kilometer pro Stunde - und wurden angehupt und bedroht", sagt er. Als sie an einer der Ausweichstellen einem entgegenkommenden Auto Platz machen wollten, wurden sie von einem hinter ihnen fahrenden Auto überholt.


