Schneeberger Allee muss warten

Kirchberger Stadtrat verschiebt Straßenbauvorhaben auf 2010 - Angebote der Baufirmen fallen zu hoch aus

Kirchberg. Alles war so schön geplant für die Erneuerung der Schneeberger Allee in Saupersdorf: 31 Zentimeter Frostschutz, 10 Zentimeter Bitumentragschicht, 4 Zentimeter Asphaltbeton, einseitiges Quergefälle mit Granitbord und Granitgroßpflaster als Straßenbegrenzung. Rund 57.000 Euro sollte das Straßenbauvorhaben kosten und zu 85 Prozent aus Fördermitteln bestritten werden. Rund 9000 Euro Eigenmittel waren im Haushaltsplan der Stadt dafür eingeplant. Das Amt für ländliche Entwicklung und Flurneuordnung hatte Ende Juni den Zuwendungsbescheid geschickt. In der 35. Kalenderwoche sollte Baubeginn sein, Fertigstellung Ende September.

Doch nun wird alles anders. Zur ersten Stadtratssitzung nach der Wahl am Dienstagabend ist das Vorhaben auf Antrag von Bürgermeister Wolfgang Becher (Freie Wähler) noch einmal in die Warteschleife geschickt worden. Der Grund: Sämtliche Angebote der Baufirmen lagen deutlich über den vom Planungsbüro veranschlagten Kosten. "Der preiswerteste Anbieter lag 18.000 Euro über der Planungssumme, das ist fast ein Drittel der Gesamtinvestition." Becher schlug vor, die Maßnahme 2010 neu auszuschreiben und dann erst zu realisieren. "Dann bleibt uns auch genug Zeit, mit den Anwohnern noch Details zu besprechen." Die Verwaltung hatte das Vorhaben so eilig auf die Reihe gebracht, weil sie die Chance nicht ungenutzt verstreichen lassen wollte, die das Konjunkturpaket momentan bietet.

Saupersdorfs Ortsvorsteher und Stadtrat Frank Schmidt war die Geschichte allerdings sauer aufgestoßen. Er habe von der geplanten Maßnahme gar nichts gewusst, erst durch Anfragen von Anwohnern davon erfahren. "So geht es nicht", wetterte Schmidt. Er bat sich aus, in Zukunft von solchen Maßnahmen frühzeitig zu erfahren und den Informationsfluss zwischen Ortschaftsrat und Stadtverwaltung dringend zu verbessern. Schmidt beklagte außerdem, dass die Verlängerung der Schneeberger Allee, ein paar Meter Anbindung zwischen Auerbacher Straße und Gemeindesteig, nicht gleich mitgebaut werden sollte. Das scheitert allerdings an den bürokratischen Hürden. "Es gibt nur einen Fördermittelbescheid für eine Straße. Das wäre eine andere Maßnahme, dafür müssten extra Fördermittel beantragt werden", erklärte Stadtchef Becher und stellte in Aussicht, dass sich dazu die Möglichkeit nun ergeben könnte, weil das Bauvorhaben jetzt sowieso ins Jahr 2010 verschoben ist. "Wir gewinnen damit auf jeden Fall Zeit. Außerdem steht dann auch das Geld dafür zur Verfügung."

Ex-Landrat Christian Otto (CDU), jetzt Stadtratsmitglied, bat allerdings darum, die Anwohner umgehend von der neuen Situation zu informieren..

 
erschienen am 12.08.2009 ( Von Hans-Peter Kuppe )
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