Hochbetrieb herrschte am Samstag auf dem Bauernhof der Familie Kunz. Bei Führungen erklärten Thomas und Christiane Kunz ihren Gästen die Schweinemast. 
Hochbetrieb herrschte am Samstag auf dem Bauernhof der Familie Kunz. Bei Führungen erklärten Thomas und Christiane Kunz ihren Gästen die Schweinemast.

Foto: Marcus Richter

Schweine nehmen auf natürliche Weise zu

Mehr als 1000 Besucher kamen zum Ostermarkt auf den Hof der Familie Kunz in Härtensdorf

Härtensdorf. Christiane und Thomas Kunz betreiben ihren Hof seit 1990 im Haupterwerb. Der Betrieb hat sich auf die Mast von Schweinen und Damwild spezialisiert. Zu dem Bestand gehören zirka 650 Mastschweine, die in einem modernen Klimaoffenstall gehalten werden. In einem zirka sechs Hektar großen, abseits gelegenen Gehege lebt das Damwild. Die Herde umfasst drei Hirsche und etwa 70 Muttertiere. Einschließlich des Nachwuchses sind es reichlich 100 Tiere.

Auf dem zum Hof gehörigen Ackerland wird in der Hauptsache Futter für die Tiere wie Wintergerste und -weizen angebaut.

"Wir haben uns für eine umweltgerechte Landwirtschaft entschieden", erklärt Christiane Kunz. "Zum Beispiel dosieren wir Düngemittel genau nach vorher durchgeführten Bodenuntersuchungen." Die Äcker bearbeiten Thomas Kunz und sein Sohn Christian seit vier Jahren statt mit dem Pflug mit einem Grubber. Dieses Gerät wendet den Boden nicht um, sondern lockert ihn lediglich auf. "Dieses Verfahren schont die in tieferen Schichten lebenden Regenwürmer, die den Boden natürlich auflockern und wirkt der Bodenerosion entgegen", erklärt der Landwirt. Die Tiere bekommen laut Christiane Kunze keine chemischen wachstumsfördernden Zusatzstoffe. Zudem sorgt der Klimaoffenstall für naturnahe Haltungsbedingungen. "Unsere Schweine nehmen etwa 700 Gramm pro Tag zu. Betriebe, die weniger Wert auf Tierschutz legen, schaffen etwa 1000 Gramm pro Tag. Das merkt man dann allerdings, wenn die Schnitzel in der Pfanne zusammenschrumpfen."

Seit 1990 ist der Betrieb Direktvermarkter. Das heißt, die auf dem Hof erzeugten Waren verkauft die Familie selbst. "Die Kunden haben dadurch Gewissheit, dass sie frische Ware von einheimischen Produzenten bekommen." Sorgen machen ihr jedoch derzeit die stets steigenden Energiekosten. Deshalb haben wir voriges Jahr eine Photovoltaikanlage zur Abdeckung unseres eigenen Strombedarfs installiert", erklärt die Landwirtin.

2005 gehörte die Familie zu den Mitbegründern der Erzeugergemeinschaft Koberland. Sie besteht aus sieben Betrieben, die sich gegenseitig helfen. Dazu gehört auch die gemeinsam genutzte Schlachtstätte in Beiersdorf. Sie erspart den Tieren lange Wege.

Kurze Wege für die Kunden bietet die Familie mit dem vor drei Jahren eröffneten Hofladen, in dem auch Produkte anderer Direktvermarkter aus der Region gehandelt werden.

Sven Haferkorn sah sich im Klimaoffenstall um. In so einem Stall wird der Tierschutz mehr als eingehalten", erklärte der Lehrer an der Fachschule für Landwirtschaft in Zwickau.

Gut findet er den Koberland-Verband: "Die im Verband vereinten Betriebe sorgen dafür, dass die Wertschöpfung in der Region erfolgen kann."

 
erschienen am 01.04.2012 ( VoN Jürgen Sorge )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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