Torsten May, ehemaliger Boxer.Foto: Barmer GEK
So wie einst Ali: Boxer lässt Zwickauer tänzeln
Torsten May, in Glauchau geborener Ex-Weltmeister und Olympiasieger im Halbschwergewicht, fordert die Oberbürgermeisterin heraus
ZwickauDer frühere Box-Weltmeister und Olympiasieger im Halbschwergewicht, Torsten May, gastiert am 17. Juni in Zwickau. Er ist Stargast der "Deutschland bewegt sich"-Städtetour der Krankenkasse Barmer GEK, die bis Oktober in acht deutschen Städten Station macht und die Menschen zum Sporttreiben animieren will. Dennis Kittler hat den 42-Jährigen gefragt, was er in Zwickau vorhat.
Freie Presse: Sie wetten gegen die Zwickauer Oberbürgermeisterin. Worum geht es denn dabei?
Torsten May: Ich sage, dass sie es nicht schafft, am 17. Juni mindestens 340 Zwickauer um sich zu versammeln, die mit ihr und mir gemeinsam auf dem Hauptmarkt den Ali-Shuffle machen.
Freie Presse: Den was?
Der Ali-Shuffle ist für die Boxfans der 70er-Jahre eine bleibende Erinnerung. Er ist nach Muhammad Ali benannt. Es ist eine Schrittkombination, durch die Ali blitzartig nach vorn gegangen ist und so seine Gegner provoziert hat. Und dabei hat er auch noch Treffer gelandet.
Freie Presse: U nd wie genau funktioniert das?
Am besten hopst man auf beiden Füßen locker, um in einen gleichmäßigen Rhythmus zu kommen. Dann den linken Fuß 20 Zentimeter nach vorn ziehen und den rechten Fuß hinterherziehen. Die Füße bewegen sich nur knapp über dem Boden.
Boxer Muhammad Ali verstand es, mit einer schnellen Schrittkombination - dem Ali-Shuffle - seine Gegner zu provozieren.
Foto: Archiv
Freie Presse: Das klingt, als müsste man das ein paar Mal probieren, um dabei nicht hinzufallen ...
Ich werde es in Zwickau erklären, dazu auch ein paar Schattenbox-Übungen machen und ein paar Aufwärtshaken. Das können die Leute dann mitmachen. Und dann probieren wir den Ali-Shuffle. Der tut nicht weh, es ist wie Tanzen.
Freie Presse: Haben Sie als Boxer den Ali-Shuffle im Ring ausprobiert?
Im Training habe ich ihn probiert, aber im Wettkampf nicht. Er ist riskant, und ich habe meine Gegner auch nicht provozieren wollen. Ich habe in meiner aktiven Zeit immer mehr auf taktisches Boxen gesetzt.
Freie Presse: Was ist, wenn Sie Ihre Wette in Zwickau verlieren?
Ich gehe davon aus, dass die Oberbürgermeisterin die 340 Leute zusammenkriegt. Und ich wünsche mir das auch, denn dann kann ich nochmal nach Zwickau kommen. Wenn ich verliere, biete ich in der Stadt eine Sportaktion an - würde zum Beispiel in einen Boxclub gehen und mit dem Nachwuchs trainieren oder etwas anderes machen. Das entscheidet dann die Stadt.
A Freie Presse: ls gebürtiger Glauchauer, der jetzt in Köln lebt, nutzen Sie die Zwickau-Aktion sicher auch, um die Familie zu besuchen, oder?
Ja, ich werde meine Oma in Glauchau besuchen. Meine Tante und mein Onkel wohnen auch dort. Wenn ich schon mal da bin, dann schaue ich auch bei ihnen vorbei.

