So gut wie fertig: Die Solarstrom-Tankstelle am Horch-Museum ist fast betriebsbereit.
Foto: Marcus Richter
Sonne kommt erst ab März in den Tank
Sachsens erste Solarstrom-Tankstelle geht drei Monate später in Betrieb als geplant
Zwickau. Am 30. März soll die erste Solarstrom-Tankstelle Sachsens offiziell eröffnet werden. Gegenüber dem August-Horch-Museum ist sie in den vergangenen acht Wochen entstanden, in etwa zwei Wochen soll sie betriebsbereit sein, sagt Dirk Künzel, Geschäftsführer der Stadtwerke Zwickau Holding. Das Unternehmen investiert rund 200.000 Euro in den Bau dieser Tankstelle sowie weiterer, die noch in der ersten Jahreshälfte in Zwickau und in der Region in Betrieb gehen sollen. An den Ladestationen wird es möglich sein, Elektroautos aufzutanken.
Der Bau ist ein Kooperationsprojekt der Stadtwerke-Holding und der Westsächsischen Hochschule. Die Idee für die Strom-Zapfsäule hatte das Energieunternehmen, das Konzept für das Projekt hat dann die Bildungseinrichtung erarbeitet. Im Oktober erfolgte der erste Spatenstich am August-Horch-Museum, im Dezember sollte die Solarstrom-Tankstelle in Betrieb gehen. "Wegen Lieferengpässen bei einigen Baukomponenten ergab sich eine Verzögerung von etwa vier Wochen", sagt Dirk Künzel. Warum die offizielle Eröffnung der Tankstelle sogar erst Ende März stattfindet? Weil keiner wusste, wie schnell die Bauarbeiten im Winter vorankommen, hätten sich die Beteiligten entschieden, auf Nummer sicher zu gehen und erst im Frühjahr zu starten, sagt Künzel.
Das Außergewöhnliche an der Zwickauer Tankstelle ist, dass der Strom klimafreundlich erzeugt wird- nämlich durch die Sonne. An der Anlage sind 25 Solarelemente installiert, die jeweils 190 Watt Leistung bringen. "Wir gehen von einer Stromproduktion von zirka 4000 Kilowattstunden pro Jahr aus", sagt Dirk Künzel. Sollte mehr Energie benötigt werden, kommt diese aus dem öffentlichen Stromnetz.
Neben der Pilot-Tankstelle am August-Horch-Museum sollen an den Standorten der Hochschule weitere entstehen - in Zwickau, Markneukirchen und Schneeberg. Deren Strom wird dann aber nicht über Solarzellen erzeugt, sondern wird aus dem öffentlichen Netz entnommen.
Wer sein Elektroauto an einer der Zapfsäulen auftanken will, muss für den Strom bezahlen - für eine Reichweite von 150 Kilometern kostet das rund drei bis vier Euro. "Im Moment entwickeln wir eine Software, mit der die Abrechnung des getankten Stroms erfolgen kann", sagt Tobias Teich, Informatikprofessor an der Westsächsischen Hochschule. Zudem werde an einem Programm unter anderem für mobile Geräte gearbeitet, das anzeigt, wo sich die nächste Ladestation befindet.


