Stadionbau beschäftigt die Gemüter doppelt
Pläne für Westsachsenstadion und neues Stadion werden vorangetrieben
Zwickau. Wie das Westsachsenstadion nach dem Stopp der Komplettsanierung mal aussehen soll - darüber wird derzeit noch immer so heftig spekuliert wie schon vor Wochen. Denn noch immer ist das Konzept nicht abgesegnet, sagt Baubürgermeister Rainer Dietrich (CDU).
Zunächst hatte er das Papier der Sächsischen Aufbaubank vorgestellt, die einen Teil der für den großen Umbau zugesagten Fördermittel schon ausgezahlt hatte. Nun liegt es dem Landesamt für Steuern und Finanzen zur fachlichen Prüfung vor. "Anfang Februar treffen sich Vertreter der Stadt mit Vertretern des Landesamtes", sagte Dietrich. Neben Mitarbeitern einzelner Ämter sind das laut Dietrich auch Architekt Wolfgang Hertrampf und Karl-Heinz Feith vom Büro des Projektsteuerers. Was genau in den Plänen steht, möchte Dietrich noch nicht sagen. Darüber hatte es bereits im Stadtrat Diskussionen gegeben, weil ein Teil der Bürgervertreter nicht nachvollziehen konnte, warum aus dem traditionsreichen Fußballstadion ein Feld für Beach-Volleyballer oder Tennisspieler werden soll. Das einzige, das der Baubürgermeister über das Konzept sagt, ist, dass Tennisplätze vom Tisch sind.
Derweil ist nun auch spruchreif, dass die Stadtverwaltung als Standort für ein neues Stadion Eckersbach favorisiert, genauer den bereits wieder grünen Teil E 5. Im März soll der Stadtrat darüber entscheiden. "Die Stadt hat diesen Bereich 2007 schon einmal untersucht, als es um einen Stadionbau ging. Damals rangierte er auf Platz 2 hinter dem Westsachsenstadion." Das hatte man dann ja auch umgestalten wollen. Nachdem diese Pläne im vergangenen Jahr gescheitert waren, sei die Stadiontauglichkeit von E 5 noch einmal untersucht worden. "Und unsere Einschätzung hat sich bestätigt", sagte der Baubürgermeister. Dabei geht es nicht nur um den Baugrund, der für einen Neubau geeignet erscheint. "Auch die Nahverkehrs-Anbindung und die Verfügbarkeit der Flächen passen ins Konzept."
Finanzbürgermeister Bernd Meyer (Linke), dessen Dezernat die Stadion- und die Standortanalyse beauftragt hat, geht noch einen Schritt weiter und will neben einem neuen Stadion auch gleich Trainingsplätze und eine Sporthalle bauen. Gleiches fordert der CDU-Stadtrat und Landtagsabgeordnete Gerald Otto und verweist darauf, dass die derzeit von der Stadt genutzte Sporthalle am Scheffelberg ab 2016 wieder vom Freistaat und damit von der Westsächsischen Hochschule übernommen wird. Ob die Stadt die Halle dann weiter nutzen kann, ist Otto zufolge ungewiss. (mit mbe)


