Weil diese Kehrmaschine nur die Abgasnorm Euro 3 erfüllt, wird sie ab kommendem Jahr durch eine neue ersetzt.
Foto: Marcus Richter
Stadt fordert: Saubermänner müssen sauberer werden
Zwickauer Umweltdienste kaufen zwei neue Kehrmaschinen - Alte Fahrzeuge erfüllen Abgasnorm Euro 3, Verwaltung fordert aber Euro 4 oder 5
Zwickau. Zwickau. Die Feinstaubbelastung in Zwickau wird nun auch für jene zum Problem, die in der Stadt für Sauberkeit sorgen. Weil die zulässigen Grenzwerte für Partikel in diesem Jahr schon mehrfach überschritten wurden, sodass die Stadtverwaltung als mögliche Maßnahme dagegen sogar die Einführung von Umweltzonen befürchtet, müssen die Zwickauer Umweltdienste (ZUG) bis Ende des Jahres zwei neue Kehrmaschinen kaufen. Bei der Ausschreibung der Straßenreinigung für die kommenden fünf Jahre hatte die Verwaltung von den Bietern gefordert, dass die Kehrfahrzeuge mindestens die Abgasnorm Euro 4 erfüllen. Die ist notwendig, um auch in die Umweltzonen mit den höchsten Anforderungen fahren zu dürfen. Die ZUG gab das günstigste Angebot ab, muss aber ihren Fuhrpark erneuern.
Rund 270.000 Euro gibt das Unternehmen laut Geschäftsführer Dirk Künzel aus. Gekauft werden eine Großkehrmaschine, die die Straßen reinigt, und eine Kleinkehrmaschine, die auf Fußwegen und Plätzen für Sauberkeit sorgt. Im Gegenzug geben die Umweltbetriebe zwei Fahrzeuge ab, die nur die Abgasnorm Euro 3 erfüllen - und von der Stadt somit nicht als ausreichend erachtet wurden. Ein Nebenangebot der ZUG, mit den bisherigen Fahrzeugen die Reinigung zu einem günstigeren Preis zu übernehmen, hatte die Verwaltung abgelehnt.
Dass sich Zwickau nicht nur auf rein wirtschaftliche Gesichtspunkte stützt, sondern die Umwelt im Auge hat, nennt Dirk Künzel gut: "Ich finde es richtig, dass die Stadt die höhere Norm fordert." Die neuen Fahrzeuge, mit denen künftig alle Straßen der Stadt einmal pro Woche gereinigt werden, werden im August bestellt. "Dann kommen sie noch 2010, damit wir sie zu Jahresbeginn einsetzen können", so Künzel.
Dass Zwickau immer wieder ein Problem mit zu hohen Feinstaubwerten hat, ist in der Stadt bekannt. Aufgrund "der Verkehrsverhältnisse sowie der topografischen Gegebenheiten" bestehe eine "erhebliche Gefahr", dass die Belastung zu hoch sei, heißt es in einer Beschlussvorlage des Technischen Ausschusses zur Vergabe der Kehrleistungen. Gesetzlich erlaubt ist, dass an 35 Tagen im Jahr die Grenzwerte überschritten werden dürfen. In der Vergangenheit wurde diese Obergrenze laut Landratsamt zwar nie erreicht. In diesem Jahr lag Zwickau allerdings allein bis Mitte Juni schon an 22 Tagen über den Grenzwerten.


