Stadtverwaltung geht am Stock
Wilkau-Haßlau plant "Verschlankung" im Rathausbetrieb
Wilkau-Haßlau. Wilkau-Haßlau. Das Lied vom Sparen ist derzeit an allen Ecken zu vernehmen, und so setzt nun Wilkau-Haßlau seine Verwaltung demnächst auf Diät. "Verschlanken" müsse er das Rathaus, kündigte Bürgermeister Stefan Feustel (CDU) jüngst im Stadtrat an. "Aufgrund der finanziellen und der demografischen Entwicklungen müssen wir in der Verwaltung Anpassungen vornehmen", sagte er. Soll heißen, dass vor allem die Mitarbeiter mit einigen Veränderungen rechnen müssten. In einer internen Sitzung hätten sie davon bereits erfahren, so Feustel.
Fachbereiche werden vereint
Dass Wilkau-Haßlau finanziell nicht auf Rosen gebettet ist, zeigt sich bereits daran, dass sich die Stadt kreisweit am meisten Zeit nahm, um einen Haushalt auf die Beine zu stellen. In ihrer Sitzung Ende dieses Monats beraten die Stadträte erstmals über das Papier, zum Beschluss steht der Etatplan gar erst im April. Der Grund dafür ist simpel: Die Krise beutelt nicht nur reihenweise Unternehmen, sondern setzt auch die Kommunen ernsten Sparzwängen aus. Und Wilkau-Haßlau macht das offenbar besonders zu schaffen.
Für die Verwaltung werde das voraussichtlich zur Jahresmitte konkrete Folgen haben, sagte Stefan Feustel. Welche das sein könnten, ließ er nur ansatzweise durchblicken: So stehe eine Zusammenlegung der Fachbereiche Ordnung/Sicherheit/Verkehr/Umwelt und Bauwesen/Stadtentwicklung bevor. Zudem würden nicht mehr alle freiwerdenden Stellen wieder besetzt.
Kapazitätsgrenze ist erreicht
Dass die Gürtel-enger-schnall-Pläne tatsächlich äußerst problematisch sind, zeigt sich daran, dass die Verwaltung bereits jetzt an eine, so Feustel, "Kapazitätsgrenze" stößt. Die Mitarbeiter seien "ausgelastet", durch die Kreisreform vor gut anderthalb Jahren seien mehr Aufgaben an die Kommunen übergegangen, ohne dass dafür mehr Personal zur Verfügung stehen würde. Als jetzt im Gewerbeamt durch Krankheit auch noch eine Mitarbeiterin ausfiel, habe man sogar in Hartenstein um Amtshilfe bitten müssen.
Und Stefan Feustel malt noch ein viel düsteres Bild. Dauerhaft müsste sich wohl auch die Bevölkerung auf Einschnitte gefasst machen. "Wenn es keine Änderungen in der Landes- und der Bundespolitik gibt, werden wir bestimmte Aufgaben einfach nicht mehr erledigen können", so der Bürgermeister. Im Haushaltsplan etwa ist bereits jetzt zu erwarten, dass neben den Pflichtaufgaben nicht mehr sehr viele freiwillige Aufgaben bedient werden können.


