Sternenstraße: Eine Spur soll bald genügen
Vision von Baubürgermeister entwickelt sich zu echtem Plan - Projektanten schlagen Umbau zu Radweg vor
Zwickau. Zwickau. Blumenkästen oder Parktaschen: Zwickaus Baubürgermeister Rainer Dietrich (CDU) hatte im Frühjahr seine Vision von der Sternenstraße, die ihm mit insgesamt vier Fahrspuren etwas zu üppig erscheint, bereits öffentlich erläutert. Inzwischen hat sich diese Vision zu einem echten Plan entwickelt. Tatsächlich soll künftig offenbar eine Spur pro Fahrtrichtung genügen. Die verbleibende zweite würde aber weder zurückgebaut noch als Blumenbeet genutzt, sondern könnte zum Radweg werden.
Diejenigen, die das vorschlagen, heißen Gert Hofmann und Sylvia Staudte und basteln für die Stadt Zwickau an einer Zukunft des Stadtteiles Eckersbach. Selbstverständlich machen sich die beiden Planer auch über die Sternenstraße als wichtigste Verkehrsverbindung des Wohngebietes ins Stadtzentrum Gedanken. Und sie teilen die Auffassung Dietrichs: "Die Sternenstraße ist vierspurig überdimensioniert. Wir schlagen vor, sie auf zwei Spuren zu reduzieren", sagte Hofmann jüngst bei einer Einwohnerversammlung. Dass er dafür schallendes Gelächter erntete, zeigt aber auch, dass die Eckersbacher etwas anders über die Idee denken.
Dabei gibt es scheinbar gar keine wirkliche Alternative - zumindest keine finanziell sinnvolle. Denn eine Straße müsse von der Stadt unterhalten werden, sagte Hofmann. Eine halb so breite Straße bringe auch nur halb so viele Kosten mit sich. "Fakt ist außerdem, dass die Straße saniert werden muss", so Sylvia Staudte. Und auch da könnte die Stadt Geld sparen, wenn sie nur zwei von vier Spuren in Stand setzt. Schließlich zeigten Verkehrsdaten, dass weit weniger Autos als noch vor 20 Jahren die Straße nutzen.
Ob es tatsächlich so weit kommt, wird ein Verkehrskonzept klären. An dem arbeitet die Stadt schon seit Monaten. Demnächst soll es der Öffentlichkeit vorgestellt werden.


