Stanislaw Tillich ehrte die Feuerwehrleute (von links) Bert Heil, René Lübeck, Jens Schwörke und René Wilhelm. Auch Jugendfeuerwehrwart Enrico Stritzl wurde auf die Bühne geholt, denn die Spende ging in die Kasse für den Nachwuchs.
Foto: Ralph Köhler
Tillich schüttelt vier Hände und meint doch mehr als hundert
Für ihre gute und schnelle Arbeit hat Ministerpräsident Stanislaw Tillich vier Zwickauer Feuerwehrmänner geehrt
Zwickau. Als sie am 4. November zum Einsatz ausrückten, ging es nicht darum, Beweise in einer in Deutschland noch nie da gewesenen Mordserie zu sichern. Es ging darum, einen Brand zu löschen.
Trotzdem war es für die mehr als 100 Helfer von Berufs- und freiwilligen Feuerwehren kein Routineeinsatz. Das ist es nämlich nie, sagt Bert Heil, der gemeinsam mit René Wilhelm, Jens Schwörke und René Lübeck am Montag von Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) für ihren Einsatz geehrt wurde. "Dienst nach Vorschrift gibt es bei uns nicht", sagt Heil. "Denn so ein Brand ist immer der schlimmste Tag im Leben eines Menschen." Das wissen die Kameraden.
Was sie nicht wussten: Dieser Brand war gelegt. Was sie auch nicht wussten: Die Frau, die das Feuer verursacht hatte, war geflohen. Die Feuerwehrleute vermuteten sie jedoch noch unter den Trümmern des halb eingestürzten Stockwerkes - ebenso wie ihre zwei Mitbewohner. Erst nachts um 3 Uhr, zwölf Stunden nach der Alarmierung, war klar, dass unter den Trümmern niemand verschüttet ist. Zwölf Stunden Schufterei im Angesicht der Gefahr, dass weitere Teile des Hauses einstürzen. Unvorstellbar, sagte Tillich. "Keiner kann sich vorstellen, in welche Gefahr sie sich begeben haben", sagte er und meinte damit auch die Munition, die später in der Wohnung gefunden wurde.
Dass die vier Feuerwehrleute geehrt wurden und obendrein eine Spende für die Jugendfeuerwehr bekamen, war ein Zeichen für alle Kameraden, die an dem Einsatz beteiligt waren. Egal ob Berufs- oder freiwillige Feuerwehr. Egal ob an der Frühlingsstraße oder in der Leitstelle. "Uns ist wichtig, dass unsere Arbeit wahrgenommen wird - vor allem auch in diesem speziellen Fall", sagte Heil. In diesem speziellen Fall lief alles, wie es laufen sollte, erinnert sich René Lübeck von der Freiwilligen Feuerwehr Auerbach. Dank einer aggressiven Taktik wurden die Flammen schnell gelöscht - und blieben die Beweise gegen die Terrorbande erhalten. Bert Heil beschreibt diese Taktik: "Ein Trupp hat von innen gelöscht, gleichzeitig ist über die Drehleiter abgesichert worden, dass die Flammen nicht auf den anderen Gebäudeteil übergreifen."
Der Einsatz liegt fast drei Monate zurück. Vergessen werden ihn die Feuerwehrleute, die Weißenborner, die Zwickauer nicht so schnell. Langer Applaus begleitete die vier Männer und mit ihnen alle am Einsatz Beteiligten von der Bühne. Für die Kameraden geht ihre Arbeit weiter - wie gewohnt und immer anders.


