Marcus Frankes Gesellenstück, ein Multimedia-Tisch mit versenkbarem Bildschirm-Schrein, wird zur Landeshandwerksschau "Gute Form" in Leipzig ausgestellt.
Foto: Lars Rosenkranz
Tischler meistern Prüfung
37 Lehrlinge stellen Gesellenstücke vor - Marcus Franke arbeitet "herausragend"
Zschorlau/Mülsen. Zschorlau/Mülsen. Marcus Franke kann sich freuen: Er ist einer der frisch gebackenen Tischler, deren Gesellenstücke von der Handwerks-Prüfungskommission am Freitag in Zschorlau als "herausragend" beurteilt wurden. Hartwig Albusberger als vorsitzender Meister formulierte es noch eingängiger: "Man sieht bei dieser wie bei drei weiteren Arbeiten deutlich, dass die Jungs der Nachwuchs von Tischlermeistern sind und nicht aus einer so genannten überbetrieblichen Ausbildung kommen. Das macht einfach einen Unterschied."
Marcus stammt aus einem Meisterbetrieb in Mülsen St. Micheln, hat beim Vater das Handwerk von der Pike auf gelernt. Für seinen Multimediatisch brauchte er 97,5 Stunden Arbeitszeit, aber die rein ideellen Vorbereitungen für das Gesellenstück dürften mindestens genauso viel Zeit in Anspruch genommen haben. Denn das Möbelstück aus Ahorn und Nussbaum ist tatsächlich eine funktionelle Kombi-Einheit von Schreibtisch, Computerarbeitsplatz und TV-Ecke. Der Clou dabei besteht in einer dank Servomotor versenkbaren Lade, mittels derer der Bildschirm eingefahren werden kann, sodass am Ende nur eine Schreib-Oberfläche bleibt. Marcus hat den Tisch für den Eigenbedarf gebaut - er will damit sein Zimmer verschönen.
Diesem Zweck hat sich auch Lukas Meier aus Wilkau-Haßlau verschrieben, der seine Lehre in der Möbeltischlerei von Jens Tuffner in Weißbach absolvierte und ein sehr modern wirkendes Möbel mit der Bezeichnung "Pisa" zum Prüfung ausgestellt hat. Es handelt sich dabei um einen aus mehreren Segmenten bestehenden Turm, der bei einheitlicher Ausrichtung der Teilstücke ähnlich schräg steht wie der berühmte Turm in Oberitalien. Doch die Segmente sind auf Wellen gelagert und können gegeneinander verdreht werden, sodass sich Zick-Zack-Kanten ergeben oder auch völlig freie Umrissformen. Zudem sind die Teilstücke unterschiedlich als Klappfach, Schublade oder Plattformauszuge gearbeitet. Das hochwertige Stück erfüllt also die Kriterien eines "Erlebnismöbels" mit spielerischen Elementen, die der guten alten Schrankwand eine eindeutige Absage erteilen.
Zur Prüfung haben insgesamt 37 angehende Tischler ihre Arbeiten, darunter Tische, Schränke, Türen und auch Betten, eingereicht. Die Werke von Marcus Franke und Lukas Meier werden aufgrund ihrer sehr guten Benotung später bei der Landes-Schau "Gute Form" in Leipzig ausgestellt. (LR)


