Peter Petersen (links) und Stefan Jensen geben in Dänemark regelmäßig eine Trabi- und Wartburg-Broschüre heraus. Sie brachten ihren Trabi aus Dänemark mit und kauften in Zwickau einen weiteren.
Foto: A. Kretschel
Trabi-Fans trotzen Sturm und Regen notfalls im Dachzelt
Drittes Trabant- und Ifa-Treffen in Eckersbach mit mehr als 100 Teilnehmern - Peter Petersen aus Dänemark ergattert elften Trabi für Sammlung
Zwickau. Zwickau. Einmal mehr sind am Wochenende die Trabi-Fahrer in Zwickau ihrem selbst gestellten Anspruch gerecht geworden, die Härtesten zu sein. Etwa 100 Teilnehmer des dritten Trabant- und Ifa-Treffens zeigten bereits am Freitag Regen und Sturm die kalte Schulter. Viele verbrachten die Nacht auf dem Veranstaltungsgelände an der Eckersbacher Albert-Funk-Straße.
"In unserem Zelt stand das Wasser ein paar Zentimeter hoch. Aber so ist es in diesem Jahr wahrscheinlich auch anderen Leuten auf unterschiedlichen Festen ergangen", sagte Thomas Winkelmann, Vorsitzender des Trabantclubs Zwickau und Cheforganisator des Treffens. Für Andreas Heinze aus Meerane waren nasse Füße indes kein Thema. Der 45-jährige Trabi-Fan rückte mit seinem fahrbaren Untersatz, Baujahr 1986, samt dazu gehörigem Dachzelt an. "Ich war zwar weg vom nassen Boden, aber durch den starken Wind hat es geschaukelt, wie auf einem Schiff", sagte er schmunzelnd. Zum zweiten Mal nahm der Meeraner am Eckersbacher Trabi-Treffen teil, um mit Gleichgesinnten zu fachsimpeln, Erfahrungen auszutauschen und natürlich auch um zu feiern. "Hier ist alles familiär, nicht so flippig und laut wie bei der großen Trabi-Fete auf dem Zwickauer Flugplatz. Das gefällt mir", sagte er. Und so soll es auch bleiben, bekräftigt Thomas Winkelmann vom gastgebenden Trabantclub. Ob es im nächsten Jahr das vierte Treffen geben wird, will er aber erst nach einem abschließenden Kassensturz entscheiden.
Obwohl die Mehrzahl der Trabi-Fans aus Sachsen und Thüringen kam, gab es auch Weitgereiste. Peter Petersens Heimat ist das dänische Naestved. "Ich bin jetzt zu meinem achten Trabant-Treffen in Zwickau. Dieses kleine erlebe ich das erste Mal. Es ist wunderschön", lobte der Gast aus Dänemark. Der Reiz des Trabi liegt nach seinen Worten darin, dass man fast alle Reparaturen selbst ausführen kann. Bestens Beispiel ist der Trabant 601, mit dem er am Wochenende (auf dem Anhänger) nach Zwickau kam. Den hatte er sich vor drei Jahren in der Muldestadt zugelegt und ihn daheim in Stand gesetzt. Seit Freitagabend kann er seiner bislang zehn Trabis umfassenden Sammlung - drei davon mit offiziellem Kennzeichen - ein weiteres Exemplar hinzufügen. Einen 1.1er Trabant, Baujahr 1990. Aufgestöbert hatte er ihn vor einiger Zeit übers Internet in Ungarn und sich mit dem Eigentümer über den Preis geeinigt. Am Wochenende wurde das Geschäft perfekt gemacht. "Für die Rückfahrt setze ich mich hinter das Lenkrad meines alten Trabi. Der neue kommt auf den Anhänger", so Peter Petersen.


