In mehr als 160 Bildern stellten die Kirchberger wichtige Stationen ihrer 800-jährigen Stadtgeschichte dar.
In mehr als 160 Bildern stellten die Kirchberger wichtige Stationen ihrer 800-jährigen Stadtgeschichte dar.

Foto: Andreas Wohland

Umzug setzt 800-Jahr-Feier in Kirchberg die Krone auf

Tausende Zuschauer erleben in 161 Bildern den Höhepunkt des Stadtjubiläums

Kirchberg. Schon lange vor Beginn des Festumzuges hatten sich am Sonntag die Zuschauer am Rande der Strecke gedrängt. Gute Karten hatten dabei diejenigen, die sich von vornherein auf ein Nachmittag füllendes Programm eingestellt und ihr Kaffeetrinken mitgebracht hatten. Denn das, was ihnen geboten wurde, war ein buntes Spektakel von 161 Bildern, gestaltet von rund 2100 Kindern, Jugendlichen, Frauen und Männern.

Die Kirchberger hatten sich allerhand einfallen lassen, um die Geschichte ihrer Stadt optisch eindrucksvoll in Szene zu setzen. Zwar fehlten für die Region übliche Bilder wie die Erstbesiedlung, die Pestjahre und der 30-jährige Krieg nicht, aber es gab auch viele lokalgeschichtliche Bezüge. Beispielsweise zu den großen Stadtbränden, zum Tuchmacherhandwerk und der Borbergsage. Auch die ortsansässigen Firmen legten sich ordentlich ins Zeug und punkteten durch pfiffige Gestaltungsideen. So hatte Sylvia Nötzold, die in drei Sprachen Nachhilfeunterricht erteilt, für sich und ihren Partner landestypische Kleidung ausgesucht. Der Kohlenhandel Kögler, den es in Kirchberg seit 1896 gibt, rückte mit einem alten Kohlenfuhrwerk an. "Wir verteilen an die Schaulustigen auch noch kleine 'Anheizer' mit so genanntem Kumpeltod als kleine Aufmerksamkeit ", sagte Anka Kögler. Für ihr stilgerechtes Outfit - Kittelschürze und Kopftuch - hatte sie tief in die Truhe mit Sachen ihrer Großmutter gegriffen. So viel Aufwand brauchte "Brandstifter" Peter Badstübner nicht zu betreiben. Ein altes Hemd, eine abgetragen Hose und etwas Ruß im Gesicht reichten dem Feuerwehrurgestein für seine Rolle aus.

Bei den Gästen kamen die kleinen Gags super an. "Es ist eigentlich der blanke Wahnsinn, was die Leute hier auf die Beine gestellt haben. So was bekommt man wirklich nicht alle Tage zu sehen", sagte Peter Becker aus Zwickau. Bei so viel Lob dürften Bürgermeister Wolfgang Becher die Ohren geklungen haben. "Mit einer derart großen Beteiligung habe ich nicht gerechnet. Ich freue mich und danke allen, die zum Erfolg beigetragen haben."

 
erschienen am 10.06.2012 ( Von Andreas Wohland )
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