Das besondere Augenmerk der Besucher galt am Freitag den historischen Maschinen, die einst für die Wasseraufbereitung benötigt wurden.
Foto: Andreas Wohland
Wasserwerk wird als technisches Museum wiedereröffnet
Historische Maschinen und eine Ausstellung rund um die Geschichte der Anlage können Besucher am 12. September und 31. Oktober bestaunen
Wiesenburg. Wiesenburg. Die Zwickauer Region kann seit Freitag mit einem weiteren technischen Denkmal aufwarten. Am Vormittag öffnete das ehemalige Wiesenburger Wasserwerk erstmals offiziell seine Türen für geladene Gäste einer kleinen Festveranstaltung. Deren besonderes Interesse galt den historischen Maschinen und der Ausstellung rund um die Geschichte des einst für Zwickau und das Umland so wichtigen Wasserwerkes.
"Mit der Eröffnung des ehemaligen Wasserwerkes als technisches Denkmal möchten wir dazu beitragen, dass die Historie der Zwickauer Wasserversorgung nicht den Bach runter geht", sagte Jürgen Schleier, Geschäftsführer der Wasserwerke Zwickau (WWZ). Außerdem solle der Nachwelt gezeigt werden, wie schon vor 100 Jahren Trinkwasser produziert wurde. Im Zusammenhang mit der zunehmenden Industrialisierung fasste die Stadt Zwickau 1888 den Beschluss zum Bau eines Wasserwerkes. Zwei Jahre später ging es in Betrieb. Anfangs förderte man dort neben reinem Grundwasser auch Uferfiltrat aus der Mulde, das allerdings ohne weitere hygienische Aufbereitung den Verbrauchern zugeleitet wurde. Die Pumpen wurden durch zwei Turbinen angetrieben. Weil die ursprünglich für die Versorgung von 80.000 Einwohnern konzipierte Anlage schon bald an ihre Kapazitätsgrenzen stieß, wurde das Grundwasser ab 1909 mit Wasser aus der Mulde angereichert.
In den 1950er Jahren kam es zu größeren Umbauarbeiten, da die Anlagen den medizinischen, seuchenhygienischen und baupolizeilichen Anforderungen nicht mehr gerecht wurden. So entstand zwischen 1957 und 1959 neben einer neuen Vorfilteranlage auch das so genannte Fischbauchklappwehr. Mit dem Ausbau und der Erweiterung des Einspeisesystems der Trinkwassertalsperre Eibenstock sowie des Wasserwerkes Burkersdorf, kam am 31. Dezember 2006 das Aus für die Trinkwassergewinnung aus der Zwickauer Mulde über das Wasserwerk Wiesenburg.
In Zusammenarbeit mit der Westsächsischen Hochschule wurden Ideen für eine Nachnutzung des Areals gesucht. "Die Studenten haben gute und durchaus realistische Vorschläge unterbreitet. Leider stellten die sich am Ende aufgrund von Auflagen des Hochwasser- und Umweltschutzes als nicht machbar heraus", bedauerte Schleier. Geblieben ist die Wasserkraftnutzung durch ein externes Unternehmen. "Über die Pachteinnahmen können wir die Wartung der Alttechnik finanzieren. Das ist Gewähr für eine dauerhafte kostenneutrale Unterhaltung dieses wunderschönen technischen Denkmals", so der WWZ-Geschäftsführer.
Service:
Das technische Denkmal Wasserwerk Wiesenburg kann am 12. September und 31. Oktober jeweils in der Zeit von 10 bis 16 Uhr besichtigt werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, Termine direkt mit den Wasserwerken zu vereinbaren.


