Diese Ausschilderung ärgert die Oberplanitzer. Sie leitet die Autos gleich im ersten Stück der neuen Trasse wieder auf die alte.
Foto: Andreas Kretschel
Wegweiser vereitelt Lärmentlastung
Oberplanitzer kritisieren Ausschilderung an Mitteltrasse - Behörden sagen Prüfung zu
Zwickau. Zwickau. Groß war die Freude am Donnerstag, als mit einem großen Festakt ein Teilstück der neuen Mitteltrasse für den Verkehr frei gegeben wurde. Die sieben Kilometer lange und 41 Millionen Euro teure Straße zwischen Autobahnanschlussstelle Zwickau-West und B 173 (Ortsgrenze Zwickau/Lichtentanne) soll als Westumfahrung von Zwickau die Bewohner von Oberplanitz, Hüttelsgrün und Ebersbrunn vom Verkehrslärm entlasten und für eine schnellere Verbindung von der A 72 nach Zwickau sorgen. Das funktioniert, wie ein "Freie Presse"-Test ergab.
Doch jetzt zeigt sich, dass Autofahrer gleich an der so genannten Querspange per Hinweisschild "Zwickau" schon vor Oberplanitz wieder auf die alte Trasse, die Lengenfelder Straße, geschickt werden. Geradeaus ist nur Lichtentanne ausgeschildert. Dass man dort, am vorläufigen Ende der Trasse, über die B173 nach Zwickau rein fahren kann, wissen Ortsunkundige nicht. Und in den Navigationssystemen ist die neue Trasse noch nicht drin.
Jan Hielscher aus Oberplanitz kann diese Ausschilderung nicht nachvollziehen. "Der Großteil der Oberplanitzer hatte mit der Inbetriebnahme der Umgehung auch mit einer veränderten Verkehrsführung und damit mit einer entsprechenden Verkehrsberuhigung gerechnet. Das scheint nun, zumindest mit der aktuellen Richtungsanzeige, nicht der Fall zu sein", schreibt er. "Und das ist, nicht nur für uns, der Knackpunkt im Hinblick auf Kosten und Nutzen dieses Projektes. Zumindest hatten wir erwartet, dass der Güterverkehr zur Reichenbacher Straße geleitet wird." Auch zur Rassekaninchenschau am Wochenende in Oberplanitz war die fragwürdige Ausschilderung das Hauptgesprächsthema.
Henning Frey vom zuständigen Straßenbauamt Plauen sagte auf Nachfrage, dass die Beschilderung von der Stadt Zwickau so gewünscht worden sei. Mit welcher Begründung? Darauf bekam "Freie Presse" am Montag keine Antwort. "Es ist Urlaubszeit. Die zuständigen Mitarbeiter sowohl bei uns als auch beim Landratsamt machen zurzeit Ferien", informierte Pressesprecherin Heike Reinke.
Nach der Kritik wollen sich Vertreter beider Behörden aber die Sache umgehend anschauen. "Bis spätestens Ende der Woche wird eine Entscheidung fallen, ob und wie die Ausschilderung geändert wird", versprach Heike Reinke.


