Monteur Werkzeugmacher Lars Gleißl arbeitet bei der Firma Siebenwurst an einem Presswerkzeug für eine Motorhaube. Neben Werkzeugen für Strukturteile werden in dem Zwickauer Unternehmen jetzt auch solche produziert, auf denen Autoteile hergestellt werden, die das Äußere des Fahrzeuges mitbestimmen.

Foto: Marcus Richter

Werkzeugbauer wächst von innen

Zwickauer Unternehmen Siebenwurst ist jetzt auch in Asien präsent

Zwickau. Auch wenn er ein wenig merkwürdig klingt: Ein Firmenname kann ein gutes Betriebskapital sein. Zumindest Jürg Ruffert, Geschäftsführer des Werkzeugbauunternehmens Siebenwurst, sieht das so: "Siebenwurst ist zumindest ein Name, den man nicht vergisst", sagt er. Allerdings: Allein daran dürfte es nicht liegen, dass sich das aus dem Betriebsbereich Rationalisierungsmittelbau beim VEB Sachsenring hervorgegangene Unternehmen seit 20 Jahren auf dem Markt respektabel behauptet.

Davon zeugt schon die Zahl der Beschäftigten: 1991 hat das Unternehmen, am westlichen Rand des Gewerbegebietes Kopernikusstraße ansässig, mit 55 Mitarbeitern begonnen. "Heute sind wir rund 200", sagt Ruffert. Und nicht nur quantitativ, auch qualitativ hat das Unternehmen sich weiter entwickelt. Neben dem Schwerpunkt, der Herstellung und Wartung von Presswerkzeugen für den Automobilbau, ist Siebenwurst auch im Werkzeugbau für Schienenfahrzeug- und Medizintechnikindustrie tätig.

Das letzte größere Ereignis in der Firmengeschichte, die Einweihung eines neuen Bearbeitungszentrums für Hochgeschwindigkeitszerspanung nebst neuer Halle für 3,5 Millionen Euro, liegt zwar zwei Jahre zurück, aber das hatte Folgen: "Das war für uns nicht nur eine Eins-zu-Eins-Kapazitätserweiterung. Die neue Anlage hat uns auch in die Lage versetzt, Aufträge für Außenhautwerkzeuge anzunehmen", sagt Ruffert. Sprich: Auf Werkzeugen aus der Zwickauer Schmiede entstehen nunmehr bei Volkswagen, BMW, Daimler und Audi nicht nur die am fahrenden Auto unsichtbaren Strukturbauteile für den Fahrzeugbau, sondern auch Kotflügel, Türen, Dächer, Motor- und Kofferraumhauben. Wenn man so will, ist Siebenwurst qualitativ von innen nach außen gewachsen.

Das spiegelt sich auch im Unsatz wider. Seit 2009, das man mit einer Kennzahl von 18 Millionen Euro abschloss, geht es in Zwei-Millionen-Schritten aufwärts: 20 Millionen Euro 2010, Plangröße 22 Millionen Euro fürs laufende Jahr, die Planungen für 2012 stehen noch nicht. Zumindest nicht, was den Umsatz angeht. Die Anschaffung einer 2500-Tonnen-Presse zum Erproben und Einarbeiten von Werkzeugen steht auf dem Investitionsplan. Wobei man allerdings mit dem jetzigen Terrain an der Kopernikusstraße auskommen muss: "Bautechnisch ist unser Gelände ausgereizt", sagt Ruffert.

Das gilt für den Markt als solchen indes nicht. So gebe es Pläne, gemeinsam mit dem Siebenwurst-Werk im fränkischen Dietfurt, das geschäftlich unabhängig vom Zwickauer Werk operiert und statt Press- Spritzgusswerkzeuge für die Kunststoffindustrie herstellt, weitere Dependancen für Service und Wartung in Asien zu gründen. Den ersten Fuß hat man bereits mit einem Büro in der südchinesischen Metropole Shanghai in der Tür. Weitere Standorte werden erkundet.

Mehr Informationen dazu:

www.siebenwurst.de

 
erschienen am 07.10.2011 ( Von Torsten Kohlschein )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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